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Wehr Biologe und Ingenieur sprechen sich gegen Hornbergbecken II aus

Reger Andrang herrschte im Wehrer „Storchehus“. Etliche interessierte Bürger, Stadträte aller Parteien und auch Bürgermeister Michael Thater waren gekommen, um den Ausführungen des Biologen Heinz-Michael Peter und des Ingenieurs Jürgen Pritzel zu lauschen.

Der Herrischrieder Ingenieur Jürgen Pritzel und der Biologe Heinz-Michael Peter klärten über Alternativen zum Projekt Atdorf auf.
Der Herrischrieder Ingenieur Jürgen Pritzel und der Biologe Heinz-Michael Peter klärten über Alternativen zum Projekt Atdorf auf. | Bild: Hohlfeld

Wehr (jho) Reger Andrang herrschte im Wehrer „Storchehus“. Etliche interessierte Bürger, Stadträte aller Parteien und auch Bürgermeister Michael Thater waren gekommen, um den Ausführungen des Biologen Heinz-Michael Peter und des Ingenieurs Jürgen Pritzel zu lauschen.

Diese sprachen sich deutlich gegen das Projekt Hornbergbecken II aus. „Das Becken liegt in den Quellschutzzonen und tangiert nicht unerhebliche Teile eines Flora-Fauna-Habitats“, mahnte Peter. In dem Habitat im Gebiet Obergebisbach gebe es 23 Rote-Liste-Arten, die es zu schützen gelte, so der Biologe.

Auch wies er auf die geplanten Schutzdämme um das Becken hin, die bis zu 400 Meter lang und 76 Meter hoch werden sollen. Der Herrischrieder Ingenieur Jürgen Pritzel ging dagegen verstärkt auf die technologische sowie die marktwirtschaftliche Seite des Projektes ein.

Er stellte auch klar, dass es sich bei einem Pumpspeicherkraftwerk keinesfalls um ein Wasserkraftwerk handele, wie so mancher Laie annehmen mag. Es diene lediglich dem Ausgleich von Schwankungen der Stromerzeugung und als „Batterie mittels Zwischenspeicherung“. „Da kommt nur raus, was reingesteckt wird.

Wenn man 1000 Kilowattstunden hochpumpt, bekommt man etwa 750 Kilowattstunden wieder raus“, so Pritzel. Daraus entstünde ein Energieverlust von 25 Prozent. Eine der entscheidenden Fragen sei darum, wie man die laufende Energieerzeugung und den aktuellen Verbrauch in Übereinstimmung bringen könne, um den Ausbau von Pumpspeicherkraftwerken zu vermeiden. Eine zuverlässige Alternative seien hierbei Windkraftanlagen. „Der Wind kommt nicht überraschend, sondern kann vorhergesagt werden“, erklärte Pritzel. Mittellastkraftwerke könnten somit gezielt an- oder ausgeschaltet bleiben, was sich wiederum positiv auf den Kohlendioxidausstoß auswirke. Pumpspeicherkraftwerke seien somit nur noch nötig, um die Prognosefehlerquote von rund acht Prozent auszugleichen.

Er bezog sich dabei auch auf die so genannte DENA-Netzstudie, die die Rentabilität von Windkraftanlagen untersucht. „Vielleicht werden bis in zehn bis zwanzig Jahren keine Pumpspeicherkraftwerke mehr benötigt. Dann sind das nur noch Investitionsruinen“, gab der Ingenieur zu bedenken. Auch dürfe man nicht außer Acht lassen, dass mit dem Bau eine touristisch wichtige Region schwer beeinträchtigt würde.

Bürgermeister Michael Thater relativierte dagegen die Bedenken einiger Anwesenden: „Wir haben das Schluchseewerk als verlässlichen Partner kennengelernt und werden versuchen, mögliche Nachteile zu minimieren. Netzstabilität ist nämlich die eine Sache, Spitzenstrom zu erzeugen jedoch eine ganz andere.“

Weitere Infos im Internet:

www.suedkurier.de/atdorf

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