Trotz dieses Riesenquantums konnte er noch Auto fahren. Und zu allem hin lieferte er der Polizei eine wilde Verfolgungsjagd, bei der er am Schluss ein anderes Auto rammte – das seines Vaters.
Die Mutter des 20-Jährigen hatte an einem Freitag im Oktober vor 25 Jahren gegen 3,30 Uhr die Polizei alarmiert. Ihr Sohn, der keinen Führerschein mehr habe, sei angetrunken gegen ihren Willen mit ihrem Wagen davongefahren. Worauf die Polizei im Raum Jestetten/Lottstetten eine Suche einleitete. Eine Stunde später entdeckte sie das vor einer Gaststätte geparkte Auto. Während die Polizisten noch über ihr Vorgehen beratschlagten, hielt ein zweiter Wagen an. Dem entstieg der Beifahrer und brauste vor den Augen der verdutzten Beamten mit dem gesuchten Auto davon, gefolgt von dem anderen Wagen.
Die Streifenwagenbesatzung überholte das zweite Auto und verfolgte den vorausfahrenden Wagen. An dessen Steuer saß der 20-Jährige. Er lieferte den Ordnungshütern eine „Verfolgungsjagd wie im besten Krimi“, so die Polizei. Durch Abschalten des Lichts und mehrmaliges Abbiegen versuchte er, das Polizeiauto abzuschütteln. Das Ende kam an einer Einmündung, an der der Flüchtende ein von rechts kommendes Fahrzeug übersah und mit ihm zusammenprallte. Die Polizei zog den 20-Jährigen aus dem Auto, nahm ihn zur Blutprobe mit und ließ ihn dann in der Ausnüchterungszelle des Reviers übernachten.
Das i-Tüpfelchen auf der Geschichte war, dass am Steuer des vom 20-Jährigen gerammten Wagens ausgerechnet dessen Vater gesessen hatte. Möglicherweise war er es gewesen, der den Sohn zuvor zum gesuchten Wagen chauffiert hatte. Schaulustige halfen dem Vater aus dem demolierten Wagen – und danach flüchtete der 45-Jährige zu Fuß.
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