Herr Stenzel, wie steht denn die Polizeidirektion Waldshut-Tiengen zu solch waghalsigen Sportarten wie Parkour?
Das ist eben ein neuer Trend, den man nicht verbieten kann und auch nicht sollte. Solange die Gruppe die Gesetze einhält, können wir ja gar nichts dagegen haben. Bisher sind uns die Jugendlichen auch nicht negativ aufgefallen.
Vor welchen Gesetzesverstößen warnen Sie die Tiengener Parkour-Gruppe denn genau?
Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung wären beispielsweise denkbar. Fremde Gartengrundstücke und Hausdächer sollten tabu bleiben, sonst machen sie sich strafbar. Und wenn Autos, Gartenzäune oder andere Dinge beschädigt werden, sollten sich die Jungs mit dem Eigentümer in Verbindung setzen und zu ihrem Missgeschick stehen, um eine Anzeige zu verhindern und Courage zu zeugen. Wer so mutig ist und durch die Luft fliegt, sollte auch hier Mut beweisen.
Was denken Sie denn, wie die Bevölkerung dazu steht?
Oberstes Gebot für die Jugendlichen sollte auch hier Rücksichtsnahme sein. Abstand und Rücksicht sind wichtig, damit niemand verletzt oder erschreckt wird. Besonders ältere Passanten könnten sich erschrecken, wenn plötzlich ein Jugendlicher im Rückwärtssalto aus dem Gebüsch gedonnert kommt. Vielleicht ist es ganz gut, dass diese Sportart in der Zeitung vorgestellt wird. Das sorgt für Aufklärung bei der Bevölkerung. Sonst könnte man ja meinen, die Jugendlichen flüchten vor der Polizei.
