Waldshut-Tiengen „Wir wollen das Gleichgewicht erhalten“
19.06.2010
Hans-Jürgen Bannasch zur Jagd aus der Perspektive des Naturschützers. Er ist Vorsitzender des Bund-Regionalverbandes Hochrhein (Bund für Umwelt und Naturschutz).
Ist die Jagd noch zeitgemäß?
Ja, gerade heute. Wollen wir ein natürliches Gleichgewicht erhalten, muss eingegriffen werden. Selbst reguliert sich das nicht mehr.
Weil die natürlichen Feinde fehlen?
So ist es. Bei uns in der Region können sich so besonders Rehe, Wildschweine und Füchse über die Maße vermehren. Mit negativen Folgen für die Natur.
Was ist schlecht daran, wenn es viele Wildtiere gibt?
Der Naturschutz strebt an, ein Gleichgewicht nicht nur der verschiedenen standorttypischen Tierarten wieder zu erreichen, sondern auch der hier heimischen Pflanzenarten. Viele Wildtiere brauchen viel Futter. Wenn sie dann an die jungen Bäume gehen, zum Beispiel die Weißtannen oder Eichen, hindert dieser Verbiss die Entwicklung einer gesunden Mischung der Baumarten im Wald.
Füchse fressen keine Jungbäume. Warum die jagen?
Weil diese möglichen Überträger von Krankheiten, ich nennen als Beispiel der Fuchsbandwurm, mittlerweile schon in die Wohngebiete des Menschen eindringen.
Jagen nutzt also der Natur. Auch in Naturschutzgebieten?
Wenn die Jagd waidgerecht ausgeübt wird, wovon ich bei uns ausgehe, nützt sie – auch im Naturschutzgebiet. (mhe)

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