„Die Wirtschaftssituation des Gastgewerbes hat sich in den zurückliegenden Monaten im Großen und Ganzen positiv entwickelt.“ Mit dieser Einschätzung wartete der Lauchringer Hotelier Hermann Pfau, Kreisvorsitzender des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), am Dienstag beim gemeinsamen Neujahrsempfang der Dehoga-Kreisstellen Waldshut und Bad Säckingen im Hotel Bercher in Tiengen auf. Die Branche verzeichnete 2011 ein Umsatzwachstum von rund drei Prozent.
„Die Wirtschaftssituation des Gastgewerbes hat sich in den zurückliegenden Monaten im Großen und Ganzen positiv entwickelt.“ Mit dieser Einschätzung wartete der Lauchringer Hotelier Hermann Pfau, Kreisvorsitzender des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), am Dienstag beim gemeinsamen Neujahrsempfang der Dehoga-Kreisstellen Waldshut und Bad Säckingen im Hotel Bercher in Tiengen auf. Die Branche verzeichnete 2011 ein Umsatzwachstum von rund drei Prozent. Für den positiven Trend sorgte laut Pfau neben der günstigen Konjunkturentwicklung auch die Senkung der Mehrwertsteuer für das Hotelgewerbe auf sieben Prozent. „Das fördert die Wettbewerbsfähigkeit, die Investitionskraft und nicht zuletzt auch den Ertrag.“ Allerdings bemängelte Pfau, dass der verminderte Steuersatz lediglich für die Hotellerie und nicht für die Gastronomie gelte. Er kritisierte, dass Snacks und Tiefkühlpizza zum reduzierten Steuersatz abgegeben werden können, Mahlzeiten in der Gastronomie jedoch mit vollen 19 Prozent versteuert werden müssen.„Die Dehoga fordert hier einen einheitlichen, reduzierten Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent für alle Lebensmittelbranchen, also auch in der Gastronomie“, forderte Pfau eine faire Behandlung seitens der Politik. Eine weitere Gefährdung für die Existenz gastronomischer Betriebe sieht Hermann Pfau in der Einführung des Hygiene-Kontrollbarometers, der sogenannten „Hygiene-Ampel“. In ihr sieht er ein Konzept, in dem Gleiches ungleich behandelt würde.
„Völlig inakzeptabel ist es“, so Pfau, „dass Profigastronomen mit der Hygiene-Ampel öffentlich bewertet werden sollen, wo hingegen die gesamte Paragastronomie, Veranstalter von Vereins-, Feuerwehr- und sonstigen Festen, von all dem verschont bleiben.“ Auf der einen Seite würden die Wirte publikumswirksam angeprangert und auf der anderen würde bei den Vereinsfesten geflissentlich weggeschaut. „Ernsthafter Verbraucherschutz könnte da eventuell Wählerstimmen kosten“, vermutet er. Es könne nicht sein, dass ein Gastronom monate- oder gar jahrelang mit der Existenz-gefährdenden Ampelbewertung Gelb leben müsse, obwohl alle Mängel beseitigt worden seien. „Wir werden uns mit allen rechtlichen Mitteln dagegen wehren, dass Existenzen und Arbeitsplätze durch ein mangelhaftes Hygiene-Ampel-Konzept gefährdet und vernichtet werden“, sagte Pfau.
Ob die neuen Hygieneschutzverordnungen zu einem besseren Verbraucherschutz führen, sei nach Ansicht des Bundestagsabgeordneten Thomas Dörflinger dahingestellt. „Die Urteilskraft der Verbraucher, gepaart mit der Verantwortung der Unternehmer sind ein gutes Marktregulativ.“ Dagegen verteidigte die SPD-Abgeordnete Rita Schwarzelühr-Sutter die Hygiene-Ampel: „Der Verbraucher braucht Informationen, um sich orientieren zu können.“