Waldshut-Tiengen Wirte für weitere Entlastung
Machen sich stark für das Gastgewerbe. Hermann Pfau, Dehoga-Kreisvorsitzender, Stellvertreter Thomas Zimmermann und Vorstandsmitglied Jochen Sarnow (v.re.). Bild: Bild: Herbst
Tiengen (mhe) Die vor einem Jahr erfolgte Absenkung des Mehrwertsteuersatzes für Hotelleistungen von 19 auf sieben Prozent hat laut dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) einen Investitionsschub in der Hotellerie ausgelöst: In Baden-Württemberg wurde im vergangenen Jahr im Hotelbereich mit 238 Millionen Euro doppelt so viel, wie in anderen Jahren investiert, so Dehoga-Kreisvorsitzender Hermann Pfau am Dienstag beim Neujahrsempfang des Kreisverbandes in Tiengen. Dies sei auch im Kreis Waldshut spürbar. Als Beispiele nannte er unter anderem 1,2 Millionen Euro Investition des Tiengener Hotels Bercher in den Wellnessbereich und 1,5 Millionen Euro, die der„Wilder Mann“ in Eggingen in einen Hotelanbau investiere.
Die Politik forderte Pfau auf, jetzt auch den zweiten Schritt zu tun, und auch den Mehrwertsteuersatz auf Speisen und Getränke auf sieben Prozent zu senken. Dies sei nicht nur wegen der Wettbewerbsfähigkeit in der Grenzlage zur Schweiz, wo die Gastronomie mit acht Prozent besteuert werde, notwenig, sondern auch der Gleichheit wegen mit den Imbiss- und Take-away-Betrieben im Inland, die nur sieben Prozent zahlen. Mit diesem Anliegen wandte sich Pfau direkt an die anwesenden Landtagskandidaten Felix Schreiner und Klaus Denzinger. An die Politik aber auch an die Verwaltungen gerichtet, beim Empfang unter anderem vertreten durch den Ersten Landesbeamten Jörg Gantzer und durch Bürgermeister Manfred Beck, war Pfaus zweites Anliegen: auf die geplante Einführung eines „Hygiene-Smileys“ zu verzichten. Für die Dehoga-Betriebe sei Hygiene ebenso eine Selbstverständlichkeit wie Verbraucherschutz, so Pfau.
Die amtlichen Kontrollen seien so, wie sie praktiziert werden, in Ordnung. Der geplante „Smiley“-Aufkleber nach erfolgter Kontrolle, der mit hochgezogenen oder abwärts gerichteten Mundwinkeln das Kontrollergebnis signalisiere, sei ein „an den Pranger stellen“.
Im Ausbildungsbereich wünschte sich Pfau eine finanzielle Gleichbehandlung der dualen Ausbildung im Gastrobereich mit der Hochschulausbildung: Es könne nicht sein, dass das Bafög erhöht werde, gleichzeitig aber die Ausbildungskosten in der als Internat geführten Landesberufsfachschule für die Gastronomie stiegen.
Zur Abschreckung viel konsequenter Betriebe - und sei es nur ...