Waldshut-Tiengen Weltneuheit: System erwischt Reifensünder im Vorbeifahren
Im Vorbeifahren kann unter der Kaitlebrücke das Reifenprofil gemessen werden. Die Kameras liegen unter zwei Gullydeckeln. Bild: Gerard
Das Messgerät wurde als Weltneuheit von der Tiengener Firma Procontour entwickelt. Die Anlage ist unter einem Gully-Deckel eingebaut und kann bei vorbeifahrenden Autos und Lastwagen die Profiltiefe der Reifen messen.
Inzwischen hat es in Zusammenarbeit mit der Verkehrspolizei Waldshut-Tiengen einen ersten Praxistest gegeben. Messstelle war unter der Brücke beim Gewerbegebiet Kaitle. Dort ist eine Anlage unter zwei Kanaldeckeln in Fahrtrichtung Tiengen eingebaut. Innerhalb von zwei Stunden wurden laut Polizei sieben Autos und ein Lastwagen ermittelt, deren Reifen zu wenig Gummi hatten – teilweise abgefahren bis aufs Gewebe.
Die im Gullydeckel eingebaute Kamera fotografiert das Profil mit Hilfe eines Laserstrahls. Die Werte werden an einen Computer ermittelt, der am Straßenrand postiert ist. Auffällige Fahrzeuge werden dann an einer per Funk verständigten Kontrollstelle angehalten. Dort wird das Profil von einem Polizeibeamten dann noch einmal gerichtsverwertbar mit der herkömmlichen Schiebelehre überprüft. „Die Trefferquote war hundertprozentig“, berichtet Verkehrspolizist Alexander Jäger über den ersten Testlauf im August.
Am Donnerstag, 8. Oktober, gab es im Kaitle in Gegenwart eines schweizerischen TV-Teams eine Demonstration des Messverfahrens. Kontrollen gab es aus Witterungsgründen nicht: Das System muss erst noch regensicher nachgerüstet werden.

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