Triff den Rhythmus, finde das Tempo!" - So in etwa lässt sich das Motto des zweitägigen Open Airs "Meet-the-Beat" in Lottstetten beschreiben. Gefunden haben den Veranstaltungsort gut 1000 Besucher in diesem Jahr, die sich zwei Tage lang von der einzigartigen Stimmung der Konzerte unter freiem Himmel einfangen ließen. Sie alle bekamen Rockmusik satt in vielen Variationen geboten.
Am Freitag war es die Band "Pegasus", auf die das Publikum mit Spannung wartete. Was würde die Neuentdeckung des Jahres des Schweizer Radiosenders DRS 3 bieten? Die Jungs aus Biel fielen allerdings beim Lottstetter Publikum nicht gerade auf offene Ohren. Angekündigt als musikalische Granate, blieb davon lediglich ein gut gemeinter Knalleffekt übrig.
Open-Air Meet the Beat
Ihre eidgenössischen Mitstreiter von "Freakuency" kamen mit ihrer Mischung aus Ska, Punk und Crossover wesentlich besser an, wie die "Abstimmung mit Füßen" zeigte. Das Potenzial beider Bands unterschied sich jedenfalls deutlich.
Am Samstag überzeugte der Hauptact "Die Happy". Aus allen Ecken des Festivalgeländes strömten die Zuhörer vor die Bühne zu dem eineinhalbstündigen Auftritt der Profi-Gruppe. Frontfrau Marta Jandová forderte den männlichen Teil des Publikums auf, sich mit blankem Oberkörper zu präsentieren und kokettierte mit sexuellen Erwartungshaltungen. Der energiegeladene Auftritt der Tschechinund ihres Begleittrios war unbestritten der Festival-Höhepunkt.
Was blieb, war allerdings das Bedauern über den zu kurz geratenen Auftritt von "My early Grave": Die Konstanzer gaben bei ihrem zweiten Gastspiel in Lottstetten ihr Abschiedskonzert. Ihr Auftritt sprühte vor Abwechslung. Schade, dass sie fast schon etwas abgewürgt wurden, um für "Die Happy" die Bühne zu räumen.
Auch das 18. "Meet-the-Beat"-Festival bot die Möglichkeit, Musik unterschiedlichser Stilrichtungen zu erleben. Mag sein, dass der Freitag eher "massenkompatibel" für die Besucher aus der Region gestaltet war, der Samstag dann am Schluss mit "Cilice" dazu angetan war, die Besucher "an den Zaun zu blasen", wie es die Veranstalter ausdrückten - für ein Open-air in dieser Größenordnung bleibt nach den beiden Tagen und den Auftritten von zwölf Bands nur festzustellen, dass hier eine große Party gefeiert wurde. Vor allem aber hat dieses von einer ehrenamtlichen Initiative organisierte Rock-Fest wieder einmal Grenzen überwunden. Denn nicht nur etliche Bands, auch viele Besucher kamen aus der Schweiz. Aber nicht nur Rockgrößen wie Saga, Clawfinger oder In Extremo sondern auch Newcomern aus der Region bietet es ein Podium mit professionellem Ambiente, was in diesem Jahr u.a. "Porcelain Planet", "Insane inside" und "Tram" zu schätzen wussten. Es ist auch die Nähe zur Bühne, die Gelegenheit, ganz persönlich mit den Musikern ins Gespräch zu kommen, was "Meet the Beat" von anderen Festivals unterscheidet. Genau so, wie die Zeltwiese, auf der sich ganz spontan noch weitere Feste in den vergangenen Tagen ergaben. "Der Jestetter Zipfel ist tote Hose, da geben wir etwas Stoff", meint denn Rodney Rehm, einer der Mitorganisatoren.
Und sie dürfen stolz auf ihr Festival sein, das es als einziges aus Süddeutschland in den offiziellen Schweizer Festival-Kalender geschafft hat - neben den großen Open-Airs wie St. Gallen, Frauenfeld und Gurten.
Die Anfänge
Begonnen hat "Meet the Beat"1991 mit einer Geburtstagsparty. Auf dem alten Sportplatz der Gemeinde Lottstetten finden seitdem jedes Jahr Konzerte unter freiem Himmel statt. Mit der Band "In Extremo" begann 2002 eine neue Ära: Seitdem setzen die Veranstalter auf einen Mix aus internationalen Größen und Regiobands.