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Waldshut-Tiengen Vermisst: Wenn Katzen plötzlich verschwinden

Immer wieder tauchen Gerüchte um Tierfänger auf. Was ist dran an den Gerüchten?

Eigentlich glaubt Miriam Rombach aus Tiengen nicht ernsthaft daran, dass Diebe für die Pelzindustrie Katzen von der Straße stehlen. „Allerdings sind bei uns in der Nachbarschaft seit Anfang des Jahres mindestens sieben Katzen verschwunden. Das ist schon ein bisschen merkwürdig“, sagt sie. Hinzu kommt, dass allein zwei ihrer Katzen nicht mehr aufgetaucht sind, obwohl sie kastriert waren. „Die beiden haben immer auf uns gehört, wenn wir sie gerufen haben. Erst ist uns Ende Januar Luna verschwunden und vor kurzem dann auch noch Rambo. Beide Katzen waren so anhänglich“, sagt Rombach. Die Tiere waren gerade einmal ein dreiviertel Jahr alt. „Ich habe sie selbst mit der Flasche aufgezogen, weil ihre Mutter überfahren wurde.“

Miriam Rombach hat überall nach ihren zwei Lieblingen gesucht, im Tierheim angerufen und viele Handzettel verteilt. Auch bei der Polizei habe Miriram Rombach angerufen. „Die haben mir allerdings gesagt, dass es im Moment keine gehäuften Vermisstenmeldungen bei Katzen gibt.“

Auch dem Tierheim Steinatal sei nichts bekannt. „Die Zeit beginnt, dass die Katzen rollig werden und herumstreunen“, sagt Anja Fuchs, Leiterin des Tierheims. Denn im Mai werden viele Jungtiere geboren. Fuchs schließt allerdings aus, dass die Pelzindustrie ihre Finger im Spiel hat. „Es ist eigentlich viel günstiger, die Tiere selbst zu züchten. Es ist aufwendiger, die Katzen von der Straße zu stehlen“, sagt sie. Was allerdings ab und zu vorkomme, ist, dass Katzenliebhaber die Vierbeiner stehlen. „Dabei sind besonders schöne Tiere betroffen, wie Langhaar- oder Perserkatzen“, weiß Fuchs. Die würden beim Händler um die 700 Euro kosten.

Was allerdings häufig vorkommt, ist, dass Katzen angefahren werden. „Gerade bei uns in der Region kommt dann zum Beispiel ein Fuchs und schnappt sich das Tier. Da findet es niemand mehr“, erklärt Fuchs.

Gerüchte um Tierfänger, schenkt die Tierheimleiterin keinen Glauben. „Die kommen zwar immer wieder auf, aber mir selbst ist noch kein einziger Fall bekannt, bei dem es tatsächlich Tierfänger gab.“ Das würde laut Fuchs auch daran liegen, dass die Forschung ihre eigenen Tiere züchte. Tierversuchslabore könnten mit Wildfängen nichts anfangen, da sie strenge Auswahlkriterien hätten.

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