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Waldshut-Tiengen Stadtwerke knipsen das Licht aus

11.08.2012
Waldshut-Tiengen -  Wenn es in der eigenen Wohnung kein Licht mehr gibt, der Kühlschrank nicht mehr läuft und weder Fernseher noch Radio einen Ton von sich geben, dann wird entweder ein neuer Zähler eingebaut, es gibt technische Defekte oder Wartungsarbeiten des Stromanbieters. Doch es gibt noch einen weiteren Grund: Eine offene Rechnung.

Die Stadtwerke Waldshut-Tiengen haben 2011 bei 150 Haushalten den Strom abgestellt. Dafür kommt ein Sperrkassierer zu den Betroffenen nach Hause und klemmt am Verteiler die Stromzufuhr ab, so wie auf unserem Bild.  Bild: dpa

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Auch bei den Stadtwerken Waldshut-Tiengen, die etwa 13 000 Kunden mit Strom beliefern, gibt es immer wieder Menschen, die ihre Rechnung nicht bezahlen können. Manche haben es schlichtweg vergessen, andere keine Geld mehr dafür. Im vergangenen Jahr war das bei etwa 150 Haushalten in Waldshut-Tiengen laut Stadtwerken der Fall.

„Sobald unsere Kunden ihre Rechnung eine Woche nach Ablauf der Zahlungsfrist nicht beglichen haben, erhält der Betroffene die erste Mahnung von uns“, sagt Melanie Frank von den Stadtwerken Waldshut-Tiengen. Das käme zwar relativ häufig vor, doch die meisten Menschen würden daraufhin schnell bezahlen. 9136 Mahnungen gingen im Jahr 2011 an die Kunden der Stadtwerke. Viele von ihnen reagieren darauf und überwiesen den offenen Betrag. Eine zweite Mahnung hingegen erhielten im vergangenen Jahr gerade noch 514 Haushalte. „Die zweite Zahlungsaufforderung erfolgt zwei Wochen später“, informiert Melanie Frank.

Erst weitere vier Wochen danach erhält der Kunde eine Sperrandrohung, in der das exakte Sperrdatum steht. „Das ist in der Regel drei Werktage später. Wenn also donnerstags die Sperrandrohung verschickt wird, erfolgt dienstags die Stromsperrung“, erklärt Frank. Viele Kunden würden dann direkt bei den Stadtwerken anrufen, um Beschwerde gegen diesen Bescheid einzulegen. „Ich habe die Schreiben nicht erhalten“ oder „Sie sind doch verpflichtet, Strom zu liefern“ heißt es oft von Seiten der Kunden, sagt Oliver Schmelz, Vertriebsleiter bei den Stadtwerken. „Dem ist allerdings nicht so.“

Wenn es soweit ist, dass einem Kunden der Strom abgestellt wird, dann kommt ein Sperrkassierer nach Hause und klemmt direkt am Verteiler die Stromzufuhr ab, erklärt Schmelz. Sobald ein gesperrter Kunde seine Rechnung begleicht, kommt der Sperrkassierer erneut nach Hause und gibt die Stromzufuhr wieder frei.

Künftig wollen die Stadtwerke eine Fernabschaltung einführen, denn nicht immer wird den Sperrkassierern die Tür geöffnet. Doch auch da haben die Stadtwerke ihre Mittel: Im schlimmsten Fall geht es soweit, dass ein Gerichtsvollzieher bei den betroffenen Schuldnern vor der Tür steht.

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