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Waldshut-Tiengen Sonderschicht im Labor

18.02.2011


Waldshut – Fünf Projektgruppen der Waldshuter Justus-von-Liebig-Schule gehen in Freiburg beim Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“ an den Start.

Unter dem Motto „Bring frischen Wind in die Wissenschaft“ findet der bundesweite Wettbewerb derzeit zum 46. Mal statt.

Die Projekte aus den Bereichen Biologie und Chemie haben die Nachwuchsforscher, allesamt Schülerinnen der 12. Klassen, außerhalb des Unterrichts im Rahmen eines Seminarkurses erarbeitet. Rund drei Stunden pro Woche standen sie dafür im Labor, dokumentierten ihre Ergebnisse und schrieben Berichte. Betreut wurden sie von Thomas Wiederkehr, Lehrer an der Justus-von-Liebig-Schule und Leiter des Bereichs Life Sciences am Schülerforschungszentrum „phaenovum“ in Lörrach. Jetzt stellen die Schülerinnen ihre Ergebnisse beim Nachwuchswettbewerb für junge Forscher vor.

Eine von ihnen ist Jasmin Kasper. Sie setzte sich mit dem weltweiten Bienensterben auseinander. „Mein Vater ist selbst Imker, und im Jahr 2009 sind seine gesamten Bienenvölker gestorben“, erzählt die 17-jährige Schülerin. Jasmin Kasper wollte daher die Ursachen für den Tod der Bienen erforschen. Dafür untersuchte sie verschiedene Äcker in der Region auf Pestizidrückstände und stellte erhöhte Werte fest. In toten Bienen konnte sie außerdem ein Vielfaches der Konzentration dieser Pestizide finden. Jasmin Kasper möchte mit ihrem Projekt auf das Problem des Bienensterbens aufmerksam machen: „Schließlich sind Bienen die drittwichtigsten Nutztiere in Deutschland“, so die Gymnasiastin.

Für Tabea Hein hingegen war schnell klar, dass sie sich mit dem Thema Multiple Sklerose (MS) beschäftigen möchte. „Ich habe mich schon immer für Krankheiten interessiert. Es gab an unserer Schule bereits Projekte zum Thema MS, und ich wollte diese gerne weiterführen“, sagt die Schülerin aus Waldshut. Sie hat es geschafft aktive Wirksubstanzen aus Curcuma zu isolieren, die möglicherweise bei Multipler Sklerose zum Einsatz kommen können. Das Projekt wird von der Hertie-Stiftung mit 12 000 Euro gefördert. „Es freut mich, dass meine Arbeit als förderwürdig betrachtet wurde. Das zeigt mir, dass das Projekt sehr aktuell und relevant ist“, sagt Tabea Hein. Fachleute beurteilen nun in Freiburg die Projekte von Jasmin Kasper, Tabea Hein und den restlichen Waldshuter Teilnehmerinnen. Zehn Minuten haben sie Zeit, um die Jury von ihren Projekten zu überzeugen und sich damit für den Landeswettbewerb im März zu qualifizieren. Am heutigen Freitag werden die Teilnehmerinnen erfahren, ob sie erfolgreich waren. Wir werden weiter darüber berichten.

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