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17.04.2009  |  von  |  0 Kommentare

Waldshut-Tiengen Schlüchtbrücke: „Wir brauchen eine Entscheidung“

Waldshut-Tiengen - 

Stein des Anstoßes: die Sperrung der Schlüchtbrücke in Gurtweil. Anlieger fordern endlich eine Entscheidung über die Zukunft der Brücke.  Bild: Huber

Vor ihrem Hauptgeschäft, dem Getränke-Vertrieb in Gurweil: von links Ulrich Duschek und Caroline van Laere, rechts Bernhard Tröndle, der sich hier regelmäßig mit Getränken eindeckt.  Bild: Martin

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Redakteurin Waldshut-Tiengen

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Die Brücke! In Gurtweil weiß jeder, was gemeint ist: Das Bauwerk über die Schlücht, Übergang im Dorf seit Jahrhunderten. Seit 8. Januar 2008 ist die Schlüchtbrücke für den Autoverkehr gesperrt. Die Folgen für die Anlieger in der Pater-Jordan-Straße, lange befürchtet, scheinen tatsächlich gravierend: Der Getränke-Vertrieb C. van Laere verzeichnet seitdem einen Umsatzrückgang von 40 Prozent, sagt Ulrich Duschek. „Schuld daran ist ganz klar die Schließung der Schlüchtbrücke.“Und fügt mit grimmigem Humor hinzu: „Wir sind hier die Wendeplatte der Nation geworden.“

Seit die Brücke dicht ist, hat der Verkehr in der Hauptstraße zu-, in der Pater-Jordan-Straße jedoch abgenommen. Autos können nicht mehr wie früher auf kurzem Weg nach Tiengen weiterfahren, sondern müssen umkehren. „Früher hatten wir am Samstagmorgen schon um 8 Uhr den Laden voll, die Kunden sind bei uns vorbeigefahren und dann weiter, ihre Wochenend-Besorgungen machen. Das Gleiche am Feierabend: Schnell vor der Tür gehalten, rein ins Geschäft und auf kurzem Weg mach Hause.“ Der Umweg durch den Ort sei vielen Kunden jetzt zu umständlich.

Daran, dass allein die Sperrung der Schlüchtbrücke für den Umsatzrückgang in ihrem Getränke-Vertrieb verantwortlich ist, gibt es für Ulrich Duschek und Caroline van Laere keinen Zweifel. „In unseren Filialen in Rheinheim und Lauchringen verzeichnen wir ja gewohnte Umsätze.“

„Unbegrenzt können wir in unserem Hauptgeschäft in Gurtweil, das uns gehört, nicht durchhalten“, sagt Ulrich Duschek. Er habe hier einen Mitarbeiter entlassen müssen, zwei Frauen arbeiteten jetzt auf 400-Euro-Basis mit, dazu komme noch ein Fahrer. „Ich selber bin viel in unserem Geschäft in Rheinheim, komme auf eine 85-Stunden-Woche.“ Dort arbeite eine Angestellte mit. In Lauchringen verkaufen zwei Angestellte die Getränke. „Wir brauchen einfach eine Entscheidung, wie es in Gurtweil mit der Schlüchtbrücke weitergeht, so oder so. Baut die Stadt keine neue Brücke, sieht es schlecht aus für unseren Betrieb in der Pater-Jordan-Straße.“ Sie wären jedoch bereit, innerhalb des Dorfes an einen neuen Standort umzuziehen, betonen Ulrich Duschek und Caroline van Laere. „Bezahlbar muss er sein.“

„Wir werden von Jahr zu Jahr vertröstet, was die Brücke angeht, dabei ist das der Dreh- und Angelpunkt für unsere Pläne und Investitionen“, sagt das Ehepaar. Ein Neubau sei Ende der 90er Jahre nicht realisiert worden. 1989 hätte die Pater-Jordan-Straße zur „Anliegerstraße“ werden sollen. Zeitweise Kontrollen hätten Kunden, die zum Geschäft fahren wollten, ferngehalten. Ein Schild, das an der Hauptstraße auf die Gewerbebetriebe hätte hinweisen sollen, sei nie aufgestellt worden. „Das hat uns schon damals viele Kunden gekostet“, sagt Ulrich Duschek.

Was sie selbst tun können, um aus dieser Sackgasse herauszukommen? Ulrich Duschek und Caroline van Laere sind von ihrem Angebot überzeugt, haben sich als Weinhändler einen Namen gemacht. Sie setzen jetzt beispielsweise verstärkt auf Werbung, haben sich einem Zusammenschluss von 300 Getränkehändlern angeschlossen. Aber das Wichtigste: „Wir brauchen endlich eine Entscheidung.“

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