Mein

Waldshut-Tiengen Neues Leben für altes Haus

27.10.2011


Tiengen – Fast vier Jahre lang schlummerte in Tiengens bester Stadtlage das ehemalige Haushaltswarengeschäft. Petri Gäng im Dornröschenschlaf.

Leere Schaufenster und eine verschlossene Eingangstür boten einen traurigen Anblick nachdem Inhaber Alfons Petri sein Geschäft aufgegeben hatte. Doch das ist nun vorbei. Claudia Merz aus Schwerzen hat das Traditionshaus gekauft und ihr Geschäft „Für Dich – schöne Dinge für alle Sinne“ am vergangenen Samstag wiedereröffnet.

„Der 22. Oktober ist in meinem Leben in mehrfacher Hinsicht ein besonderer Tag“ verrät die gebürtige Tiengenerin „ Es ist nicht nur mein Geburtstag sondern auch die Geburtsstunde meines Ladens, den ich 2009 in der Priestergasse eröffnet hatte.“ Und wieder ist es der 22. Oktober, als Claudia Merz am letzten Wochenende erstmals die lange verschlossene Ladentür in der Hauptstraße 65 öffnet und die geschichtsträchtigen Räume im Haus Petri Gäng mit Leben erfüllt. Damit ging für die 42-jährige vierfache Mutter ein lange gehegter Traum in Erfüllung „Schon als Kind liebte ich dieses Haus und auch das Geschäft der Familie Petri“ erinnert sich Claudia Merz. Schon bald nach der Eröffnung meines Ladens im Jahr 2009 zeichnete sich ab, dass ich mehr Platz brauche und so nahm ich voller Hoffnung Kontakt zu Alfons Petri auf. Ich wusste, wenn ein Umzug sein sollte, dann kam nur dieses Haus in Frage“. Zahlreiche Kaufinteressenten hatten ähnliche Vorstellungen, doch letztendlich bekam Claudia Merz den Zuschlag. „Ich war aber auch wirklich hartnäckig und es hat mich einige Überzeugungsarbeit gekostet.“

Sie sagt, sie liebe dieses Haus und dass sie es mit derselben Sorge und Wertschätzung weiterführen werde, wie die Familie Petri das getan habe. „Ich glaube, das haben die Eigentümer gespürt und sich deshalb für mich entschieden“, glaubt sie.

128 Jahre lang war C. Petri Gäng ein Haushaltswarengeschäft, in dem es einfach alles zu kaufen gab. Jetzt zieren hübsche Dekorationsartikel wie Laternen, buntes Porzellan, erlesene Mode und edle Köstlichkeiten die Schaufenster. „ Ich bestelle bei mehr als 50 Lieferanten in der ganzen Welt, aber immer nur kleine Stückzahlen. Massenware gibt es bei mir nicht“, sagt die Inhaberin. Im Laden hat Claudia Merz bewusst ganz wenig verändert „Ein bisschen neue Farbe, sonst haben wir alles so gelassen wie es war.“ Der Charme des 1879 eröffneten Ladengeschäftes ist geblieben. Die alten Einbauregale, die Schaufenster aus dem vorigen Jahrhundert – das alles passt wunderbar zum Sortiment und auch zu Claudia Merz, Tochter eines Tiengener Antiquitätenhändlers, die alte Dinge so sehr liebt. Das empfinden auch die Kunden so und zeigen sich sehr begeistert „ Dieses Geschäft hat einen ganz einzigartigen Flair und es ist so schön, dass die Räume endlich wieder belebt sind“ erzählt eine Kundin. „Das höre ich seit der Eröffnung viele Male am Tag“ bestätigt Claudia Merz.

Nur wenig renovieren möchte Claudia Merz auch im Obergeschoss, bevor sie mit Ehemann Remo und ihren Kindern einziehen wird. Eine Wohnung wurde bereits vermietet und noch lebt auch das Ehepaar Alfons und Jutta Petri im Haus. Das Modegeschäft „Klamotte“ bleibt am Standort und ein weiterer Laden im Geschäftshaus soll vermietet werden. „Es soll so wenig wie möglich verändert werden “ versichert Claudia Merz. Eine größere Sanierungsmaßnahme ist für nächstes Frühjahr geplant – die Fassade des denkmalgeschützen Hauses wird neu gestrichen.

zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Schreiben Sie Ihre Meinung
Überschrift
Text


noch 1000 Zeichen


Informiert bleiben:
Bei jedem neuen Kommentar in dieser Diskussion erhalten Sie automatisch eine Benachrichtigung
Unsere Community-Regeln