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Stühlingen Mit Delikatessen gegen Algenplage

Unter den Aspekten "Sauberhaltung" und "Artenschutz" entschied sich der Golfclub "Obere Alp" für den Besatz seiner Beregnungsteiche mit Flusskrebsen. Denn in den Teichen machen sich Algen breit und Krebse lieben Algen. Sind die 1000 eingesetzten Tierchen ausgewachsen, kommen die Golfer in den Genuss dieser Delikatessen. Eine Million Euro investierte der Club in eine Beregnungsanlage.

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Stühlingen - Seit kurzem tummeln sich 1000 Flusskrebs-Sömmerlinge in den naturnah angelegten Beregnungsreservoires auf der 18-Loch-Anlage des Golfclubs "Obere Alp" bei Stühlingen. Algenbefall machte sich unliebsam bemerkbar. Auf die Behandlung der Wasservorräte mit der chemischen Keule, die bequemer und preisgünstiger wäre, wird bewusst verzichtet. Winfried Döhring, Vorstandsmitglied und ehrenamtlich zuständig für alle platzrelevanten Dinge, entschied sich für den Besatz mit Flusskrebsen. Diese sind echte Saubermänner, Lieblingsnahrung: Algen.

Da Flusskrebe zur Entwicklung ihrer Panzer Kalk benötigen, bietet das kalkhaltige Wasser der Region gute Entwicklungschancen. Wilfried Döhring freut sich jetzt schon auf jenes kulinarische Ereignis, das den Clubmitgliedern geboten werden kann, wenn die Krustentiere die entsprechende Größe erreicht haben. Auch Graskarpfen sind im Kampf gegen die Eintrübung der Teiche im Einsatz. Edelkrebse waren im europäischen Raum aufgrund der aus den USA eingedrungenen Krebspest nahezu ausgerottet. In Zuchtbetrieben werden neue Populationen herangezogen und in geeigneten Gewässern ausgesetzt. Für einen Euro ist ein Sömmerling zu haben. Flusskrebse sind standorttreu. Somit besteht nicht die Gefahr, dass die auf dem Alp-Plateau ausgesetzten 1000 Exemplare in die Steina oder in den Mehrenbach abwandern. Winfried Döhring: "Sauberhaltung und Artenschutz liegen uns am Herzen." Die Bewässerung ihrer Golfanlage lässt sich die Clubleitung einiges kosten. Der extrem trockene Sommer 2003 zwang die Golfer zum Handeln. Beregnungswasser bezieht der Club aus Wittlekofen, aus Brunnadern und aus dem Wangener "Eselloch". Beregnungswasser muss keine Trinkwasserqualität vorweisen.

Die drei Teiche fassen 32000 Kubikmeter. Im Laufe des Jahres kommt da eine ordentliche Verbrauchsgebühr zusammen die an die Nachbarstädte Bonndorf und Stühlingen zu entrichten ist. Eine halbe Million Euro wurden im zurückliegenden Jahr in eine vollautomatisch arbeitende Beregnungsanlage investiert. Laut Beschluss einer Mitgliederversammlung wurden die Mitglieder über einen "Sonderbonus" zur Finanzierung herangezogen. Dass die Anlage kurz nach Fertigstellung aufgrund eines Blitzschlages außer Gefecht gesetzt wurde, steht auf einem anderen Blatt.

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