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Waldshut-Tiengen Mit 6,2 Promille am Abgrund

Ein 16-Jähriger aus dem Raum Waldshut-Tiengen fiel mit bestätigten 6,2 Promille bei einem Trinkgelage ins Koma und hat nur knapp überlebt. Andere Jugendliche sollen dem bereits Betrunkenen in bewusstlosem Zustand weiteren Alkohol eingeflößt haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung. 2007 zählte das Spital Waldshut 32 Minderjährige mit Alkoholvergiftung.

Ein 16-Jähriger aus dem Raum Waldshut-Tiengen fiel mit bestätigten 6,2 Promille bei einem Trinkgelage ins Koma und hat nur knapp überlebt. | Bild: dpa

Trinkgelage unter Jugendlichen sind nichts Neues. Doch dieser Fall sprengt viele bisher da gewesenen Grenzen: Ein 16-jähriger Schüler aus dem Landkreis vergnügt sich auf einer Privatfeier. Es ist Hochprozentiges im Spiel. Doch obwohl er nach einer Weile kaum mehr bei Bewusstsein ist, sollen ihm andere Partygäste den Alkohol angeblich weiter eingeflößt haben - bis er ins Koma fällt. Geistesgegenwärtig verständigt ein anderer Jugendlicher den Notarzt. Das Opfer landet mit einer Alkoholvergiftung und 6,2 Promille in der Uniklinik Freiburg. Nach Informationen unserer Zeitung wurde der Junge am 7. Mai entlassen.


Wurde dem 16-Jährigen noch Alkohol eingeflößt?

Was schier unglaublich klingt, hat sich nach Berichten von Schülern, dem Rektor der Waldshuter Schule, die der Junge besucht, und der Polizei tatsächlich Anfang Mai zugetragen. "Uns ist ein Vorfall bekannt, bei dem ein Jugendlicher mit einer sehr starken Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert wurde", bestätigt Paul Wissler, Sprecher der Polizeidirektion Waldshut-Tiengen. Derzeit versuche man im Gespräch mit Jugendlichen, die bei der Party waren, herauszufinden, wie sich der Vorfall konkret zugetragen habe. "Die Frage ist: Kann er diese Menge alleine trinken oder sind andere daran schuld?", sagt Wissler. Sollte sich das Gerücht bestätigen, dass dem 16-Jährigen Alkohol eingeflößt wurde, drohe den Tätern ein Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung. Im Gespräch mit Medizinern will die Polizei klären, wie ein Promillewert von 6,2 überhaupt möglich ist.

Bestürzt von dem Vorfall zeigt sich der Rektor der Waldshuter Schule, die der Jugendliche besucht. "Ich bin wirklich froh, dass es dem Jungen gut geht", sagt er. Es sei absolut unverständlich, wie man einem derart Betrunkenen noch Alkohol einflössen könne. "Wenn sich diese Gerüchte bestätigen und die Schuldigen auf unsere Schule gehen, drohen ihnen Konsequenzen", sagt der Schulleiter. Er vermutet, dass die Schüler wissen, wer dem Jungen den Alkohol in rauen Mengen verabreicht hat. "Wir werden dran bleiben und herausfinden, was genau passiert ist", sagt er.

Neben Unverständnis schwingt in den Worten des Rektors Ratlosigkeit mit: "Wir machen so viel prophylaktisch, aber in diesem Fall war alles umsonst." Er vermutet, dass eine gewisse Aussichtslosigkeit der Schüler, die "Null-Bock-Haltung", für das Komasaufen verantwortlich sein könnte.

Die möglichen Täter könnte ihr Verhalten teuer zu stehen kommen. Bestätigt sich der Verdacht der gefährlichen Körperverletzung, droht ihnen womöglich eine Freiheitsstrafe auf Bewährung.

Gegen die Tatverdächtigen wurde offensichtlich Anzeige erstattet: Die Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen bestätigte, dass ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde.


Promille

Der Promille-Wert bezieht sich auf die Menge Alkohol, die eine Person im Blut hat. Der Wert hängt vor allem von Alter, Trinkgewohnheiten und Dauer des Trinkens ab. 0,5 Promille werden im Straßenverkehr mit Fahrverbot geahndet. 1,1 Promille bedeuten "absolute Fahruntüchtigkeit". Promillewerte über 3,0 gelten als tödlich. (moe)

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