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Waldshut-Tiengen Martin Albers: „Ich werbe für die Rheinbrücke“

Waldshut-Tiengens Oberbürgermeister Martin Albers nimmt im Rahmen des SÜDKURIER-Sommerinterviews Stellung zu aktuellen Themen. Heute geht es um eine neue Rheinbrücke.

Das Sommerinterview (III): Oberbürgermeister Martin Albers nimmt im Rahmen des SÜDKURIER-Sommerinterviews Stellung zu aktuellen Themen. Heute geht es um eine neue Rheinbrücke.
 

Eine neue Rheinbrücke ist noch nicht in Sicht und die bestehende Brücke zwischen Waldshut und Koblenz soll im kommenden Sommer für drei Monate für Sanierungsarbeiten gesperrt werden. Gibt es Pläne der Stadtverwaltung, die Einzelhändler in dieser Zeit praktisch zu unterstützen?
 

Ich habe den Einzelhandel informiert und mit dem Kanton Aargau abgesprochen, dass der Einzelhandel noch weiter informiert wird. Eine Information der Spediteure hat schon stattgefunden. Ich will mich jetzt erst einmal in Hohentengen informieren, wie die Brückensperrung dort gelaufen ist.
 

Ist es denkbar, dass die Fähre deutlich öfter zwischen Deutschland und der Schweiz verkehrt?
 

Ja. Die Stadtwerke befassen sich damit. Die Fähre kann natürlich deutlich öfter fahren.
 

Die Sorgen der Einzelhändler verstehen Sie aber schon?
 

Ja, aber die Sperrung fällt wirklich in die Ferienzeit und dann erscheinen mir drei Monate als ein Zeitraum in dem sich Einkaufsgewohnheiten nicht ändern. Wir müssen im Vorfeld, während und auch nach der Sperrung nochmals deutlich für den dann neuen Grenzübergang werben. Wenn alle Arbeiten am Zoll abgeschlossen sind, wird Waldshut wesentlich besser anfahrbar sein, als heute. Ich nehme auch an, dass je näher der Zeitpunkt rückt, uns noch die eine oder andere Idee kommt.

Wir dürfen nicht selbst für Negativschlagzeilen sorgen. Außerdem wird die Stadt in diesem Zeitraum deutlich weniger Lkw-Verkehr auf der B 34 haben, weil alle Lkw weiträumig umgeleitet werden.
 

Sie sehen der Brückensperrung im kommenden Sommer also gelassen entgegen?
 

Ja. Gleichwohl wird es für Pendler lästig werden, aber es ist ja Urlaubszeit. Und die Kunden aus der Schweiz werden für die Fahrt von vornherein mehr Zeit einplanen. Ich glaube, dass Waldshut so attraktiv für Einkaufspendler ist, dass die sich nicht abschrecken lassen.
 

Woran liegt es, dass die neue Rheinbrücke noch immer nicht in greifbare Nähe gerückt ist?
 

Da kommt manches zusammen: Widerstand aus der Gemeinde Koblenz, mangelndes Interesse des Kantons Aargau – das genügt eigentlich schon. Außerdem müsste die Schweiz einen Teil der Kosten übernehmen, der Kanton Aargau hat aber andere Baustellen, die ihm wichtiger sind. Die zweite Waldshuter Rheinbrücke kommt erst dann, wenn beide Seiten einer Meinung sind. Ein Stück auf dem Weg ist jedoch schon geschafft. Der Kanton Aargau hat sich unserer Standortüberlegung angeschlossen, also einen Standort auf Höhe Wutachmündung. Aus Sicht des Kantons hat eine zweite Brücke jedoch Zeit, bis Deutschland eine Umfahrung für Waldshut gebaut hat.
 

Ist der Druck aus Deutschland groß genug?
 

Ich wüsste nicht, wie der Druck aussehen könnte. Druck ist kein geeignetes Mittel.
 

Arbeiten Sie persönlich daran, dass die Brücke bald gebaut wird?
 

Ich werbe für die Brücke. So habe ich der Regierungspräsidentin erläutert, dass die Brücke zwingend im Generalverkehrsplan des Bundes auftauchen muss. Eines Tages wird sich die Frage stellen, wann packt die alte Brücke den Verkehr nicht mehr. Hinzu kommt die Politik der Schweiz wie zum Beispiel das Nachtfahrverbot und die Schwerverkehrsabgabe. Außerdem steigt der Lkw-Verkehr überdurchschnittlich. Wenn das alles so bleibt, gepaart mit einem Plus an Pendlern, dann kann man Szenarien entwickeln, wann wir eine neue Brücke brauchen. Dann gibt es Argumente für beide Seiten, an die Politik heranzutreten.
 

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