Letzter Wille einer betagten Cohiba-Raucherin: Als Urne nach der Einäscherung wünschte sie sich eine Porzellan-Zigarrendose. Das „Cigar Journal“ (Waldshut-Tiengen) hat über diesen ganz speziellen Fall von Produkttreue berichtet.
Edle Porzellantöpfe gelten als exklusiver Aufbewahrungsort für feine kubanische Zigarren wie die berühmte Cohiba. Doch ein solcher Behälter, vom Waldshut-Tiengener Unternehmen Fifth Avenue Products vertrieben, hat nun einen ganz speziellen Verwendungszweck erfahren: Als Urne für die sterblichen Überreste einer leidenschaftlichen Cohiba-Raucherin aus Essen.
Allgemein bekannt für Transport und Lagerung von Zigarren sind Holzkistchen, oft mit farbenprächtigen und phantasievollen Abbildungen dekoriert. Doch es gibt auch Behältnisse aus anderem Material. Die Aufbewahrung in Porzellandosen mit geschlossenem Deckel soll den Zigarren zu einem langsameren, aber umso nachhaltigerem Reifeprozess und damit besonderem Aroma verhelfen.
„Die Idee ist uralt“, berichtet Christoph Puszkar, Marketingleiter der Firma Fifth Avenue Products aus Tiengen, Deutschlands Alleinimporteur kubanischer Zigarren. Schon seit dem späten 18. Jahrhundert seien Keramik-Behälter gebräuchlich gewesen.
Heute werden die runden Porzellandosen vom kubanischen Hersteller Habanos immer wieder mal in limitierter Serie herausgegeben, sind bei Kennern stark gefragt und schnell vergriffen. Das gilt etwa für die vor zwei Jahren angebotenen Behälter, die großvolumige Zigarren der Spitzenmarke Cohiba enthielten und mit dem typischen gelb-schwarz-goldenen Design verziert waren.
Wie das „Cigar Journal“ berichtet, Mitteilungsblatt der Fifth Avenue Products, hat eine dieser Dosen nun eine ganz spezielle Verwendung gefunden. Das hängt mit dem Tod einer vermögenden Witwe aus Essen und deren letztem Willen zusammen. Die über 80-jährige Frau war leidenschaftliche Cohiba-Raucherin und hatte in ihrem Testament verfügt: Nach Verbrennung ihrer sterblichen Überreste solle die Asche nicht in einer gewöhnlichen Urne, sondern in einer Cohiba-Porzellandose beigesetzt werden.
Weil für Urnen bestimmte Normen gelten, musste bei den zuständigen Behörden erst einmal Überzeugungsarbeit geleistet werden. Doch schließlich gab die Verwaltung ihren Segen. Und so konnte jenes außergewöhnliche Foto entstehen, auf dem zwei Friedhofsdiener die auf einem Kranz platzierte Zigarrendose aus Porzellan zur letzten Ruhestätte tragen.
Die betagte Dame aus Essen muss übrigens zuversichtlich gewesen sein, dass ihr letzter Wille in Erfüllung ging. Darauf lässt die Auskunft ihres langjährigen Lieferanten Muhammet Genc schließen, Inhaber des Zigarren-Fachgeschäfts „La Casa del Habano“ in Düsseldorf. Sein Bruder sei am Sterbebett gewesen, so Genc gegenüber suedkurier.de, und habe berichtet: „Mit einem Lächeln hat sie die Augen zugemacht.“