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Waldshut-Tiengen Kubaner in der Klettgaustadt

28.07.2009
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Man muss mit Eleganz rauchen.“ Genussvoll zieht Antonio de Dios an einer handgerollten Zigarre. Das Ende der zwei Zentimeter dicken „H. Upmann Magnum 50“ glimmt auf, intensiver Duft erfüllt den Raum. Der Tabak ist Leidenschaft und Beruf des 54-Jährigen. Der Kubaner arbeitet in Tiengen als Verkaufsleiter der Firma 5th Avenue Products, Alleinimporteur der in seiner Heimat hergestellten edlen Zigarren.

Vor über 30 Jahren kam Antonio de Dios das erste Mal nach Deutschland. In der DDR, die mit dem sozialistischen Bruderstaat Kuba Austauschprogramme unterhielt, studierte der Lateinamerikaner und lernte Deutsch.

An der Hochschule für Ökonomie in Ostberlin erwarb er sein Diplom in Außenwirtschaft. Zurück in Kuba, arbeitete Antonio de Dios zunächst für verschiedene Importfirmen sowie in der Abteilung für internationale Beziehungen in der Industrie- und Handelskammer des Karibikstaats.

Vor vier Jahren kam Antonio de Dios zum staatlichen kubanischen Zigarrenkonzern Habanos. Der Außenwirtschaftler wurde Beauftragter für den internationalen Markt. Neben karibischen Staaten hatte er sich speziell um die deutschsprachigen Länder Europas zu kümmern. So kam es, dass Antonio de Dios bereits vor Jahren das erste Mal die beschauliche Klettgaustadt Tiengen besuchte. Denn hier hat die Firma 5th Avenue Products ihren Sitz, Alleinimporteur kubanischer Zigarren in Deutschland.

Seit diesem Sommer lebt der Kubaner mit seiner Frau und deren Mutter im Herzen Tiengens. Denn Antonio de Dios wurde, nachdem sein Vorgänger zurück nach Kuba gegangen ist, neuer Verkaufsleiter der Importfirma.

„Die Landschaft ist beeindruckend“, freut sich Antonio de Dios über seine Wahlheimat. Und Genussfreuden bereiten ihm nicht nur seine Zigarren. „Ich liebe das deutsche Essen“ bekennt der gemütlich wirkende Mann mit dem Henriquatre-Bart. Wenn seine Frau Francisbel Ortega kocht, kommt nicht nur karibische Kost wie schwarze Bohnen mit Reis auf den Tisch.

Gerichte wie paniertes Schnitzel oder Gulasch stehen auf dem europäischen Teil der Speisekarte – „und viel Salat und Obst“, fügt Antonio de Dios an. Natürlich sind die Gedanken auch immer wieder in der Heimat. Dort leben die beiden Söhne. Antonio Werner (26), der seinen Zweitnamen dem besten Freund des Vaters aus Ostberliner Zeiten verdankt, ist Baumaschineningenieur an der Technischen Universität Havanna. José Antonio (22) studiert Informatik. „Meine Frau vermisst unsere Kinder besonders“, erzählt Antonio de Dios mit einem schweren Seufzer.

In seiner Freizeit liest der Kubaner, der als junger Mann ein talentierter 1500-Meter-Läufer war, gerne Sportreportagen. Kontakte zu Freunden und Bekannten pflegt er in ganz Deutschland, aber auch in Tiengen: „Unsere Nachbarin hat uns schon zum Kaffee eingeladen.“

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