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Waldshut Kleider machen Narren

02.02.2010


Die fünfte Jahreszeit hat begonnen. Ideen für Verkleidungen sind aber noch vage, fragt man die Passanten auf der Kaiserstraße. Um etwas nachzuhelfen, haben wir uns in Waldshut umgesehen: Wo bekommt man Kostüme und was sind die Trends in diesem Jahr?

Waldshut – Sich für die närrische Zeit einkleiden und Gutes tun: das können Verkleidungswütige beim Fasnachtsbasar des DRK-Sozialkreises. „Die etwa 150 Kisten mit gespendeten Kostümen und Raritäten aus der Altkleidersammlung reichen für mindestens halb Waldshut“, so Miriam Rombach, die sich ehrenamtlich seit über sieben Jahren in der Kleiderkammer engagiert. Besonders begehrt sind nach ihrer Erfahrung immer wieder Dirndl und Trachten, aber auch Schlaghosen und Blusen aus den 70er Jahren. Im Rotkreuzhaus in der Schmittenau stehen die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer den Kostümsuchenden auch mit Rat und Tat zur Seite: Uschi Kavalier aus Tiengen erkennt zum Beispiel, ob man eher Piratentyp oder Blumenfee ist. „In den allermeisten Fällen machen wir unsere Kunden glücklich“, ist Miriam Rombach überzeugt. Nur an Kinderkostümen mangele es, bedauert sie. Nach dem ersten Ansturm mit über 150 Käufern am ersten Basartag sind viele Prachtstücke zudem schon vergriffen.

Weniger individuell als vom DRK-Fasnachtsbasar, dafür aber neu und komplett sind Kostüme aus Kaufland oder Müller Drogeriemarkt. Von Ritter- und Wikingeroutfits bis hin zur Cowboykluft inklusive Plüschpferd zum Umhängen findet das närrische Herz alles, was es begehrt. Für ganz Spartanische bleiben noch die gute rote Clownsnase oder die dickglasige Scherzbrille.

Wer dagegen besonders extravagante Wünsche hat, der kann sich sein Fasnachtskostüm auch auf den Leib schneidern lassen. „Den meisten ist das aber zu teuer, außer, sie wollen etwas ganz Exklusives“, stellt Nicole Grimske vom „Tapferen Schneiderlein“ fest. Eine maßgeschneiderte Verkleidung als Hexe kostet ab 60 Euro aufwärts plus Materialkosten. Außerdem sollte man laut Schneider Michael Milionis etwa drei Wochen Zeit für die Fertigstellung einplanen. Deshalb besteht die Fasnachtskundschaft der beiden Waldshuter Schneider auch überwiegend aus den Narrenzünften und Guggenmusiken aus der Umgebung.

Michael Milionis hat aber vor Beginn des närrischen Treibens auch etwa zwei Dutzend Aufträge von Privatpersonen. Neben den immer wieder beliebten Hexen- und Vampirkostümen hat der 44-Jährige dieses Jahr einen besonderen Trend ausgemacht: die Verkleidung als Filmfigur „Avatar“ aus dem gleichnamigen Hollywood-Kassenschlager, ganz in blau. Immerhin zwei Bestellungen hat er für das außergewöhnliche Kostüm schon aufgenommen.

Fasnacht im Internet:

www.suedkurier.de/fasnacht2010

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