Kreis Waldshut Kampfansage an Bakterien
23.05.2009
Kreis Waldshut (ieg) Ein Netzwerk am Hochrhein soll die Probleme mit so genannten multiresistenten Krankheitserregern wirksamer angehen helfen. Über 60 Besucher einer Auftaktsveranstaltung des Landratsamts Waldshut zum Pilotprojekt „MRE-Netzwerk Hochrhein“ machten das große Interesse am Thema deutlich.
Die Versorgung von Patienten in Kranken- und Pflegehäusern wird durch die zunehmende Ausbreitung von Krankheitserregern (MRE), die gegen Antibiotika resistent sind, immer schwieriger. Eine Infektion mit MRE ist häufig verbunden mit verlängerten Klinikaufenthalten und zeitweiligen gravierenden Einschränkungen im persönlichen Leben.
Für das Gesundheitswesen resultieren hieraus erhebliche zusätzliche Kosten für Diagnose, Therapie und die Umsetzung unumgänglicher Hygienemaßnahmen, die von vielen Ärzten, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen fast nicht mehr zu verkraften sind. Da Träger von MRE diese Bakterien zumeist auch nach der Entlassung aus dem Krankenhaus längerfristig behalten, entstehen zusätzliche Probleme, denn sie müssen weiter ohne Einschränkung Zugang zur Nachsorge und zur ambulanten Medizin haben und dort angemessen versorgt werden. Gleichzeitig müssen die Behandelnden und Pflegenden dafür Sorge tragen, dass sich die multiresistenten Keime nicht auf andere Personen übertragen.
Der Landkreis Waldshut möchte eine Vorreiterrolle in der Umsetzung eines regionalen MRE-Netzwerkes im ländlichen Raum übernehmen. Dies soll durch Fortbildungsangebote, Erfahrungsaustausch und Öffentlichkeitsarbeit erreicht werden. Das Gesundheitsamt Waldshut koordiniert das Ganze und bietet unter der Nummer 07751/ 86-5101 auch ein MRE-Beratungstelefon für alle Betroffenen an.
