Hochrheinkommission tagt in Waldshut und diskutiert in hochrangiger Besetzung über Folgen der Energiewende
Die regionalen Konsequenzen der Energiewende, des Ausstiegs aus der Atomenergie, diskutierten am Dienstagabend in Waldshut die Präsidiumsmitglieder der deutsch-schweizerischen Hochrheinkommission (HRK) Tilman Bollacher, Walter Schneider, Reto Dubach und Peter C. Beyeler sowie der Freiburger Regierungspräsident Julian Würtenberger. Vorbereitet durch zwei kurze Impulsreferate von Almut Kirchner, Prognos AG Basel, und Christoph Timpe, Öko-Institut Freiburg, kam die von dem Zürcher Journalisten Davide Scruzzi moderierte Runde zu dem Ergebnis, dass die Ziele der Energiewende vor allem durch Energieeinsparung zu erreichen seien.
„Ausstieg ist auch Einstieg. Einstiege in Lösungen, zu denen wir ja sagen müssen, auch in Bereichen des Naturschutzes zum Beispiel“, so Freiburgs Regierungspräsident Würtenberger. Auf die im Schwarzwald kontrovers diskutierte Windenergie eingehend, sagte Würtenberger, dass dafür die Westhänge und Gipfellagen des Schwarzwalds geeigneter seien, als die Osthänge. Auch Lörrachs Landrat Walter Schneider und der Schaffhauser Regierungspräsident Reto Dubach bezogen in den Ausstieg und den darauf folgenden Einstieg in neue Energiegewinnungsformen die Windenergie ausdrücklich ein.
Für die Schweiz, die ihre elektrische Energie zurzeit je etwa zur Hälfte aus CO-neutraler Wasser- und Atomkraft beziehe, bedeute die Wende, künftig zur Stromerzeugung auch fossile Energieträger zu verwenden, so der Aargauer Regierungsrat Peter C. Beyeler: „Zum Ausstieg gibt es keine Alternative. Die Grundlast und die Netzwerkstabilität werden wir mit Gaskraftwerken lösen müssen“, sagte Beyeler.
HRK-Präsident und Landrat von Waldshut, Tilman Bollacher, machte in der von rund 200 Interessierten besuchten Podiumsveranstaltung deutlich, dass die Energiewende nur mit großen Veränderungen und Belastungen für jeden Einzelnen vollzogen werden könne: „Für die Energiewende ist Konsens da. Die Bevölkerung ist bereit, Belastungen zu tragen. Jetzt liegt es an Bund und Land Rahmenbedingungen zu schaffen, dass jeder Einzelne auf den Zug der Wende aufspringen kann.“