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Waldshut-Tiengen Grüne: Fukushima auch bei uns denkbar

Atompolitische Sprecherin referiert bei Kreismitgliederversammlung B90/Grüne in Dogern über Gefährdung durch Atomkraftwerke

„Nukleare Gefährdung durch Atomkraftwerke“ lautete das Motto einer Kreismitgliederversammlung der Partei Bündnis 90 / Die Grünen am Dienstagabend im Hirschen in Dogern. Prominente Referentin war die Bundestagsabgeordnete und atompolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion, Sylvia Kotting-Uhl aus Karlsruhe. In ihrem Bericht über einen Besuch im japanischen Katastrophengebiet Fukushima berichtete sie über die dort gewonnen Erkenntnisse. „Überall Spuren eines hastigen Aufbruchs, menschenleere Dörfer und Städte, riesige Haufen verseuchter Erdabtragungen prägen die Region“, führte sie aus, „von einer Heilung ist diese noch weit entfernt.“ Zwar stünden 52 Milliarden Euro als Entschädigung zur Verfügung, so die Referentin weiter, doch verweigere die Regierung eine solche jenen ursprünglichen Bewohnern, die nicht zurückkehren wollen. „Von einem Atomausstieg kann keine Rede sein, denn in der Zwischenzeit sind mehrere Atomkraftwerke in Japan wieder an das Netz gegangen, angeblich zur Ankurbelung der schwächelnden Wirtschaftskraft,“ beleuchtete Kotting-Uhl die aktuelle Situation. Druck seitens der Bevölkerung bestehe kaum. „Ein solcher gehört in Japan nach wie vor zum schlechten Benehmen“, so ihre Erklärung. Mit einem eindeutigen „Ja“ beantwortete sie die Frage, ob Fukushima auch in Deutschland möglich sei und verwies auf Gefährdungen durch mit mangelhaften Sicherheitsstandards behaftete Atomkraftwerke in der Grenznähe zu Frankreich, zu Belgien und zur Schweiz. „Es ist höchste Zeit, innerhalb der EU ein ganz neues Regelwerk zu schaffen“, so ihre Forderung.

Neben Leibstadt eine besonders starke Gefährdung machten Landtagskandidatin Petra Thyen und der schweizerische Greenpeace-Vertreter Florian Kasser in der Anlage Beznau 1 aus. Letzterer berichtete von „seltsamen Informationsgepflogenheiten“ der Kraftwerkbetreiber und schweizerischen Sicherheitsbehören. „Obwohl mir der zuständige Öffentlichkeitsbeauftragte die Herausgabe von Unterlagen verbindlich zugesagt hat, sind mir diese letztlich doch verweigert worden“, berichtete er. Mit Nachdruck warb er um mehr Druck aus Deutschland.

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