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Waldshut-Tiengen Gibt es einen Gott?

Etwa 200 Zuhörer verfolgen Podiumsdiskussion in der Waldshuter Stadthalle

Über die Existenz Gottes debattierten in der Stadthalle Waldshut (v. l.): Harald Binder, Gabriel Häsler, Moderator Dieter Bode, Thomas Junker und Christian Grauer.
Über die Existenz Gottes debattierten in der Stadthalle Waldshut (v. l.): Harald Binder, Gabriel Häsler, Moderator Dieter Bode, Thomas Junker und Christian Grauer. | Bild: skd

Kann das Publikum bei einer Debatte über die Existenz Gottes zu einer eindeutigen Erkenntnis gelangen? Thomas Lämmel aus Waldshut sagt: „Ich bin genauso schlau wie vorher. In unserem Freundeskreis diskutieren wir immer wieder über die Frage, wo kommen die Menschen her, gibt es ein Leben nach dem Tod? Doch wir kommen einfach zu keiner eindeutigen Erklärung.“ Der 21-jährige Schüler ist zu der Debatte in der Waldshuter Stadthalle gekommen, um zu hören, was christliche und atheistische Experten als Argumente für die Existenz Gottes oder eben dagegen vorbringen. Auch David Katz aus Waldshut wollte hören, was die Experten zu sagen haben. „Ich weiß nicht, ob es einen Gott gibt. Ich bin in einem Zwiespalt“, sagt der 21-jährige Student. Auch er habe keine neuen Erkenntnisse gewonnen. Anders ging es einigen der 200 Zuschauer, die bereits während der Debatte applaudierten, als Gabriel Häsler, evangelischer Theologe aus Basel sagte: „Gott hat alles geschaffen.“ Einige Zuschauer fühlten sich in ihrem Glauben bestärkt und flüsterten ihren Sitznachbarn zu: „Genau das denke ich auch.“

Ein wirklicher Kampf zwischen der christlichen und atheistischen Seite, den sich Organisator John Goldwater aus Waldshut eigentlich gewünscht hatte, blieb auf der Bühne aus, obwohl es Provokationen von beiden Seiten gab. Von einem hinterlistigen Gott, der die Menschheit verwirren wolle, sprach Thomas Junker, der Geschichte der Biowissenschaften in Tübingen an der Universität lehrt. Gabriel Häsler warf der atheistischen Gegenseite ein beschränktes Weltbild vor.

„Zwar sind leider nicht so viele Besucher gekommen, wie ich es mir gewünscht hätte, dafür war die Qualität der Fragen der Gäste hoch“, sagt John Goldwater, gebürtiger US-Amerikaner, der seit drei Jahren in Waldshut wohnt. Dass die Besucher Interesse an der Frage hatten, ob es einen Gott gibt oder nicht, wurde spätestens bei der Fragerunde deutlich. „Woher kommt das Leid auf Erden?“, fragte ein Besucher die Experten auf der Bühne. Gabriel Häsler sagte: „Das Leid kommt von den Menschen selbst. Gott schenkte ihnen die Freiheit, gegen oder für seine Regeln zu leben.“ Moderator der Debatte war Dieter Bode von der Baptistengemeinde Waldshut, selbst ein bekennender Christ, der sich während der Debatte in der Waldshuter Stadthalle über die Existenz Gottes, neutral verhielt. Er räumte beiden Parteien die Zeit, die sie für ihre Argumente benötigten, gleichermaßen ein. Auf der christlichen Seite war neben Gabriel Häsler auch Harald Binder, Chemiker aus Konstanz und Mitglied der Evangelischen Landeskirche, vertreten. Auf der Atheisten-Seite standen Thomas Junker und Christian Grauer, Autor und bekennender Anthroposoph, der glaubt, jeder sei sein eigener Gott.

Die Einnahmen des Abends will John Goldwater der Kinderklinik Tannheim spenden. Auf die Idee für die Debatte sei er gekommen, als er im US-Fernsehen eine ähnliche Diskussion gesehen hatte. „Ich fand es interessant, eine Debatte über ein Thema für jedermann zu organisieren, den Zuschauern eine andere Perspektive über das Thema aufzuzeigen und zugleich Geld für die Kinderklinik Tannheim zu sammeln.“

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