Waldshut-Tiengen Gedenken an Opfer der Nazis
Der alte jüdische Friedhof in Tiengen. Stadtführer Manfred Emmerich zeigt auf das dort stehende Mahnmal, das an einst in der Klettgaustadt lebende Juden erinnert. Bild: Bild: Freudig
Wie berichtet, sollen auf Initiative des Vereins in Tiengen etwa 10 bis 15 und in Waldshut ein bis drei der sogenannten „Stolpersteine“ in den Boden gesetzt werden. Vor den einstmaligen Wohnsitzen sollen sie an Menschen aus der Stadt erinnern, die Opfer des Nationalsozialismus wurden.
Die Kosten von 95 Euro pro Stein sollen durch Patenschaften finanziert werden. „Es haben sich bereits mehrere Spender gemeldet“, sagte Martina Bucher-Nezirovic im Gemeinderat.
„Die CDU begrüßt das Projekt“, sagte Stadtrat Dieter Zauft. Er fragte allerdings danach, ob eine Stellungnahme des Oberrats der Israeliten in Baden eingeholt worden sei. Hintergrund ist, dass die Gedenksteinaktion, die seit 1990 in Deutschland und in benachbarten Ländern realisiert wird, nicht unumstritten ist und beispielsweise auch im Zentralrat der Juden auf Kritik stieß.
Eine Anfrage des Freundeskreises bei der Jüdischen Kultusgemeinde in Karlsruhe sei bislang unbeantwortet geblieben. Dies sagte in der Sitzung Vorsitzende Magdalena Bucher. Oberbürgermeister Martin Albers will sich daher nun mit einem offiziellen Schreiben der Stadt an den Oberrat der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden wenden.
SPD-Stadtrat Günter Heinrich bezeichnete das Vorhaben als „großartige Sache“. Auch er betonte jedoch, dass die Aktion nur unter Zustimmung der Jüdischen Kultusgemeinde verwirklicht werden dürfe. Paul Albiez-Kaiser (Grüne) fragte, nach welchen Kritierien die auf den Gedenksteinen genannten Nazi-Opfer ausgewählt würden. Ebenso sprach er sich dafür aus, dass es begleitend zu dem Projekt ausführliche Informationen über die Schicksale der betreffenden Menschen geben solle.
Der Waldshuter Theo Fröhlich, Förderer des Freundeskreises, verwies unter anderem auf die Dokumentationen der staatlichen Gedenkstätte Yad Vashem in Israel. Recherchen soll es auch mit Hilfe seiner Tochter Uta Fröhlich geben, die sich als Historikerin in Berlin mit den Opfern der Nationalsozialisten befasst.
Eine Kuh die Milch gibt ohne Heu zu fressen ...