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Waldshut-Tiengen Frank-Walter Steinmeier lobt Abiturienten

05.10.2012
Waldshut-Tiengen -  SPD Fraktionsvorsitzender am Waldshuter Hochrhein-Gymnasium – Schüler stellen ihm zahlreiche Fragen

Frank-Walter Steinmeier (rechts), Vorsitzender der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag, im Dialog mit Oberstufenschülern des Hochrhein-Gymnasiums in Waldshut. Er sprach mit den Schülern über Außenpolitik, Moral und die Verantwortung, die ein Politiker tragen muss.  Bild: KLatt-D'Souza

Rita Schwarzelühr-Sutter (MdB) und Frank-Walter Steinmeier zu Gast am Waldshuter Hochrhein-Gymnasium: Der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag diskutiert im Rahmen des SPD Bürger-Dialogs mit Oberstufenschülern.

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Dass ein Bundespolitiker einmal zu Gast am Waldshuter Hochrein-Gymnasium ist, damit hätten die wenigsten Schüler gerechnet. Dass Frank-Walter Steinmeier, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag, dann auch noch auf alle Fragen der Schüler eine Antwort hatte, überraschte die etwa 100 Zwölftklässler noch mehr. „Ich hätte nicht gedacht, dass er ein so breites Wissen über die unterschiedlichen Themen hat“, sagt Florian Riedel, Abiturient aus Hohentengen. So wollte eine Schülerin zum Beispiel von ihm wissen, was er von der Einführung von G8 hält. „Meine Tochter sagt, dass es absoluter Blödsinn ist“, antwortete Steinmeier und lacht. „Die Einführung war ein Versuch, sich an das europäische Bildungssystem anzunähern“, sagte er dann ernst und erklärte der Abiturientin, dass die Schüler in den neuen Bundesländern damit überhaupt keine Probleme hätten, denn in der ehemaligen DDR habe es immer nur zwölf Schuljahre gegeben.

Aber auch die Außenpolitik, speziell die Beziehungen zu Russland, die Euro-Krise und das Rentensystem interessierten die Schüler, die sich im Vorfeld bereits ihre Fragen überlegt hatten. Frank-Walter Steinmeier ist übrigens auf Einladung von Rita Schwarzelühr-Sutter (MdB) an den Hochrhein gekommen. Die SPD-Politikerin aus Lauchringen war selbst Schülerin am Hochrhein-Gymnasium und hat am kommenden Samstag ihr 30-jähriges Abiturtreffen. „Ich freue mich, dass unser Fraktionsvorsitzender in den ländlichen Raum gekommen ist, um mit den Schülern hier zu sprechen.“

Auch Frank-Walter Steinmeier ist es wichtig, den Kontakt zur Jugend zu halten: „Ich gehe gerne an die Schulen, denn ich brauche die Fragen von jungen Leuten um zu wissen, ob die Antworten, die wir geben, überhaupt die sind, die gebraucht werden. Wir haben heute erlebt, dass die Schüler doch sehr viel wacher sind, als es die breite Öffentlichkeit wahrhaben will.“ Der SPD-Fraktionsvorsitzende erklärte den Schülern auch, wie schwierig es manchmal sein kann, innerhalb der eigenen Partei auf einen Nenner zu kommen. Steinmeier machte dies am Beispiel des Beschneidungsverbotes deutlich. „Ich denke, dass wir es uns genau überlegen müssen, ob Deutschland der erste Staat sein sollte, der das jüdische Ritual verbietet“, so Steinmeier. Die Kinderschutzbeauftragte der SPD habe ihm darauf entgegnet, dass es unverantwortlich sei, die Beschneidung aus religiösen Gründen zuzulassen. „Da sieht man, dass bei vielen Themen eine Entscheidung nicht so einfach ist.“

Gelobt hat Steinmeier, dass die Fragen der Schüler nicht nur auf die Innenpolitik abzielten, sondern auch auf die großen Konfliktherde weltweit, wie den Bundeswehreinsatz in Afghanistan. Lob gab es auch für die Lehrer, die die Jungen und Mädchen zu wachen Menschen erzogen hätten.

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