Waldshut-Tiengen Familienfehde: Türkische Frau landet im Krankenhaus
Hier im Landgericht Waldshut wird der Fall verhandelt. Bild: Roland Gerard
Drei Geschädigte machen auch ihre Ansprüche als Nebenkläger geltend. Eine Frau, deren Scheidung offenbar im Hintergrund steht, lag nach der Schlägerei drei Tage lang im Krankenhaus.
Der Angeklagte und die Betroffenen erzählten der kleinen Strafkammer unter Matthias Wetz zum Auftakt am Dienstag zwei völlig verschiedene Versionen der Schlägerei vom 13. Februar 2008. Die Spannungen zwischen einer geschiedenen Frau und ihren zwei Kindern einerseits und Verwandten des verlassenen Ehemannes andererseits sollen sich schon über Monate aufgebaut haben. „Wenn sie mich sah, hat sie mich beschimpft, Hure genannt“, berichtete die 43 Jahre alte Geschiedene über ihre ehemalige Schwägerin, die in einem Wohnquartier der Kreisstadt gleich nebenan wohnt.
Dort kam es auch zur folgenschweren Begegnung. Fassung der Anklage: Ein Sohn der Ex-Ehefrau wurde vom feindlichen Cousin schon bei der Begegnung im Auto angemacht und verfolgt. Später vor dem Haus der Mutter soll der Angeklagte erst den Sohn, dann die Mutter und Ex-Tante zu Boden geschlagen und weiter mit Faustschlägen und Tritten traktiert haben. Sie erlitt einen Nasenbeinbruch und lag drei Tage im Spital. Auch ihre Tochter bekam Schläge ab.
Anders der Beschuldigte: Er will von seiner Schwester auf die Straße getreten sein, als ihm die erwähnte Familie zusammen mit einem unbekannten Vierten entgegenstürzten und ihn verprügelten. Auch der 25-Jährige konnte sich Prellungen attestieren lassen.
Mit letzterer Version hatte sich schon der Amtsrichter schwergetan. Zumindest die beiden Frauen sind eher zierlich gebaut, der Angeklagte hält seine 80 Kilo bei 1,82 Meter Körpergröße im Studio in Form. Warum hätte ihn das Quartett überfallen sollen? Eine schlüssige Antwort konnte der Industriearbeiter am Dienstag nicht geben.

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