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Kreis Waldshut Fall Käßmann: Betroffenheit und Empörung nach Alkoholfahrt

25.02.2010


Stimmen zum Fall Margot Käßmann

Kreis Waldshut – Landrat Tilman Bollacher hat mit deutlichen Worten auf die Trunkenheitsfahrt der evangelischen Bischöfin Margot Käßmann reagiert. „Alkoholisierte Fahrerinnen und Fahrer haben am Steuer nichts verloren“, heißt es in einer gestern Vormittag verbreiteten Pressemitteilung des Landratsamts, die auf den Fall in Hannover Bezug nimmt. Ohne es explizit ausgeprochen zu haben, legte Bollacher der Kirchenfrau den Rücktritt nahe – und sah damit die Entwicklung der Affäre voraus: Am Nachmittag erklärte Käßmann, dass sie ihr Amt niederlegen werde.

Heftig kritisiert Bollacher Reaktionen „hoher Repräsentanten der Gesellschaft“, die teilweise um nachsichtige Betrachtung des Vorgangs geworben hatten. „Ich bin empört über diese Verharmlosung“, erklärte Bollacher. Es bedeute einen Rückschlag für alle Präventionsarbeit gegen Alkohol im Verkehr, wenn Trunkenheitsfahrten, die sogar eine Straftat darstellen könnten, von hohen Repräsentanten aus Politik und Gesellschaft als menschlich oder sinngemäß als Fehler, die eben vorkämen, dargestellt würden.

Bollacher: „Ich erwarte, dass Alkohol im Straßenverkehr von allen Repräsentanten aus Politik und Gesellschaft vorbehaltlos und mit allen daraus folgenden Konsequenzen zum Tabu erklärt wird.“

Zu den prominenten Politikern, die um Verständnis für Käßmann warben, zählt SPD-Bundestags-Vizepräsident Wolfgang Thierse. Laut Zeitungsberichten sagte er, die meisten Menschen würden „kurz innehalten, an sich selbst denken und nicht den ersten Stein werfen, weil auch sie schon in ähnlicher Situation gefehlt“ hätten.

„Ich bin selbst entsetzt.“ So äußerte sich zu dem Fall Käßmann gestern Christiane Vogel, Dekanin des evangelischen Kirchenbezirks Hochrhein. Sie betrachtet den Vorgang von zwei Seiten. „Wenn ein Mensch eine schwere Verfehlung begangen hat, sollte man ihm die Möglichkeit des Neuanfangs geben“, sagte die Geistliche gegenüber dieser Zeitung. Jedoch lässt sie keinen Zweifel daran, wie sie zu der Alkoholfahrt der Bischöfin steht: „Es hätte ihr nicht passieren dürfen.“

Auch Vogel kritisiert, dass hochrangige Vertreter des öffentlichen Lebens den Vorgang verharmlost hätten. Damit werde all jenen Menschen in den Rücken gefallen, die sich gegen die Folgen von Trunkenheit im Verkehr engagieren. Angesichts des durch Promille-Unfälle verursachten Leids sei ein verantwortungsbewusster Umgang mit dem Thema gefragt. „Nur zu sagen: ‚Wir sind alle keine Heiligen', ist mir zu wenig“, so die Dekanin.

Der katholische Regionaldekan Karl Leib aus Dogern sagte zu dem Rücktritt der evangelischen Bischöfin: „Ich bin persönlich sehr betroffen. Aber ich kann es verstehen. Das Amt verlangt einfach Integrität.“ In seine Fürbitten im Abendgottesdienst schloss er die 51-Jährige ein. Leib: „Mir tut die Frau wirklich leid, weil ich sie sehr schätze.“

Alkoholfahrt der Bischöfin: Landrat kritisiert Verharmlosung von Alkohol
sie ist beim ersten Mal ...
@karber
... gleich erwischt worden? Woher willst Du das wissen?
Hier wird einfach der Stab über jemanden gebrochen
Natürlich ist es nicht in Ordnung mit Alkohol Auto zu fahren insbesondere wenn man noch eine ...
Empörung eines verantwortungslosen Landrats
Von unbekannt
H. Bollacher sollte im Zusammenhang mit dem sich bisher auf 30 Mio. Euro belauf.
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