Waldshut-Tiengen Die friedliche Revolution
Rainer Eppelmann – Zeitzeuge der friedlichen Revolution, die vor 20 Jahren die Einheit Deutschlands brachte. Bild: Bild: Herbst
Am Mittwoch tat das in Waldshut auf einer öffentlichen Veranstaltung des CDU-Ortsverbandes ein Zeitzeuge: Rainer Eppelmann (67), der ehemalige Pastor der Ostberliner Samaritergemeinde, der sich dort in den 1980er Jahren um unangepasste Jugendliche kümmerte und zu dessen Bluesmessen Jugend aus der ganzen DDR strömte. Der Bausoldat war und in Gefängnissen saß.Der Friedens- und Menschrechtsgruppen in der initiiert hat, in den Monaten vor der Wiedervereinigung in der DDR-Volkskammer saß und auch Minister war, nach der Wiedervereinigung in den Bundestag gewählt wurde, dort Vorsitzender der beiden Enquete-Kommissionen zur Aufarbeitung der Geschichte und der Folgen der SED-Diktatur war und heute Vorstandsvorsitzender der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur ist.
Mit tiefem Wissen um die DDR-Geschichte und mit Geschichten – zum Beispiel über das zu 95 Prozent umgangene Verbot, Westfernsehen zu sehen, oder die ständige Selbstzensur, nicht das zu sagen, was man denkt. Oder über die, die Wirtschaftslage entlarvende Ostberliner Zeitungsmeldung „Die Versorgung der Bevölkerung mit Petersilie ist ganzjährig gesichert“, zeigte Eppelmann für die rund 80 Zuhörer eingehend auf, wofür die Bürgerrechtsbewegungen in der DDR kämpften und was sie mit ihrer friedlichen Revolution erreichten: Demokratie.
Die Waldshuter CDU setzt ihre mit dem Eppelmann-Vortrag begonnene Reihe „20 Jahre friedliche Revolution und deutsche Einheit“ am 21. September mit einem Vortrag des ehemaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Erwin Teufel fort, der zum Thema „Gewissen für das Ganze“ sprich. Am 26. Oktober sprich Alt-Ministerpräsident Bernhard Vogel in Waldshut über „Erfahrung in Ost und West“. Schirmherr der Veranstaltungsreihe ist MdB Thomas Dörflinger.
