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Waldshut-Tiengen Die Grünen fordern Agrarwende

Spannende Diskussionsrunde in der Justus von Liebig Schule zum Thema Landwirtschaft - erhalten, was uns erhält

Hart aber fair – in diesem Sinne verlief eine spannende Diskussionsrunde in der Justus-von-Liebig-Schule zum Thema „Landwirtschaft - erhalten, was uns erhält“. Eingeladen hatte der Kreisverband der Grünen, zu Gast waren Harald Ebner, Landtagesabgeordneter der Grünen und Obmann für Ernährung und Landwirtschaft sowie der BLHV-Kreisvorsitzende Oswald Tröndle als Vertreter der Landwirtschaft. Kreisvorsitzender Peter Schanz, begrüßte die knapp hundert Gäste, Petra Thyen, die frisch gekürte Landtagskandidatin der Grünen, moderierte. Dass da eine Menge Zündstoff in der Luft liegt, deutete Schanz mit den Stichworten Massentierhaltung, Gentechnik, Billigproduktion, Grundwassergefahren, CO²-Belastung, Überproduktion, Antibiotika und Herbizide an. „Aus meiner Sicht muss sich da was ändern“, sagte er.

Nach der Klimawende fordern daher die Grünen vehement auch eine Agrarwende. „Damit haben wir eine Debatte angestoßen, die inzwischen in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist“, sagte MdL Harald Ebner in seinem Impulsvortrag. „So wie sich die Tierhaltung derzeit entwickelt, ist sie den Menschen nicht mehr vermittelbar.“ Immer mehr seien über die Praktiken der Tierhaltung verstört und auch die Landwirte seien verunsichert. „Wir stoßen an die Grenzen der bisher praktizierten Landwirtschaft“, sagte er. Schneller, größer, billiger, das werde auf Dauer nicht mehr funktionieren. Die Preise reichen nicht, um die wirtschaftliche Basis der kleinen Betriebe zu sichern. „Die Wurst nehmen uns die Großen vom Brot.

“ Weitere Gefahren drohten durch das geplante Freihandelsabkommen mit den USA (TTIP). Eine Lanze für die Landwirte brach Oswald Tröndle: „Wir denken nachhaltig, wir denken in Kreisläufen, wir denken mehr als manche meinen.“ Auch er äußerte sich kritisch zum Thema TTIP. Da werde die regionale Deklarierung wegfallen „und das wäre ein Desaster für uns“.

Mit ihren hohen Standards könnten die deutschen Landwirte auf den Weltmärkten nicht mithalten. Auch er beklagte den katastrophalen Preisverfall, da sei etwas total aus dem Gleichgewicht geraten. „Für eine idyllische Tierhaltung ist da kaum noch Platz vorhanden“. Einig war er sich mit den Grünen auch darüber, dass jeder Bürger selbst genau hinschauen müsse, was er kaufe. Regional allein, das sei noch kein Qualitätsbegriff. „Regional plus Bio“, das würde eher passen. Als höchste Form der Wertschöpfung in der Landwirtschaft bezeichnete er die Wochenmärkte. Aber nicht jeder Landwirt könne sich den Aufwand leisten, auf dem Markt präsent zu sein. Als gute Lösung bezeichnete er eine genossenschaftliche Form der Vermarktung, wie sie etwa beim Bauernmarkt in Frohschwand verwirklicht worden sei.

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