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Waldshut-Tiengen Clawfinger entladen mächtiges Rock-Gewitter

30.07.2007
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Lottstetten hat es mal wieder krachen lassen. Schon zum 16. Mal fand am Wochenende "Meet the Beat", ein zweitägiges Open Air der harten Gangart, statt und zog gut 1400 deutsche und Schweizer Hardcore-Metal-Fans an. Clawfinger, der schwedische Hauptact des Festivals, brachte mit energiegeladenem Crossover harte Jungs zum Heulen, Anhimmeln, Brüllen, Headbangen und zum Stage-Diving

Wo sonst nur grüne Wiesen wachsen, Mais gesät wird und die Bäume im Wind rauschen, lässt Clawfinger die Idylle explodieren: Gigantische Gitarrengewitter, ein Derwisch am Bass und vor allem der knallende Sprechgesang von Frontman Zak Tell bringt die Masse zum Ausflippen: Gebadet in Schweiß, Glückstränen, in Bier und die Adern vollgepumpt mit Adrenalin, kann es so manch gestandener Rockfan kaum fassen, Clawfinger leibhaftig in Lottstetten zu sehen.

Aggressiv sein ist hier erlaubt. Immer raus damit, die Schwedenmachen es vor: Springend, schimpfend, die Fäuste geballt, headbangend. "Nigger, Nigger, Nigger" brüllt Zak den wohl bekanntesten Song von Clawfinger. "Lottstetten" brüllt zurück, tanzt, springt, rempelt. "This ist the prize we pay" Auf die Sicherheit ihrer euphorischen Fans achten die Schweden dennoch: "Please", bittet der Frontman, "if you see someone going for stage-diving, try to catch him. Otherwise he could break his neck" - "Seid so nett und versucht die Leute aufzufangen, wenn sie von der Bühne springen. Andernfalls könnten sich den Hals brechen." Der Ratschlag war angebracht, denn manch einer sprang per Salto von der Bühne

Stage-Diving - auf die Bühne klettern und sich danach auf die tobende Masse werfen - stand trotz strenger Security hoch im Kurs. In hohem Bogen landeten die Jungs dabei auf den Armen und Köpfen ihrer Kollegen im Publikum. - Glücklicherweise gibt es keine ernsthaft Verletzten.

Nach eineinhalb Stunden und den Zugaben "Life will kill you", vom am Vortag erschienenen, gleichnamigen Album sowie den Klassikern "Truth" und "Do what I say", war das Clawfinger-Gastspiel in Lottstetten Geschichte. So manchen Fan zog es nach diesem Kraftakt zurück auf den angrenzenden Zeltplatz, auf dem auch tagsüber viele kleine Lager- und Grillfeuer leuchteten. Hier konnte man sich ausruhen, zusammen mit Freunden ein Nickerchen im Zelt halten, oder sich nochmals vergegenwärtigen, dass eben die Crossover-Götter Clawfingfer gespielt haben

Die Macher von Meet the Beat hatten neben Clawfinger noch elf andere Band-Perlen aus Deutschland und der Schweiz verpflichtet. "Freakuency" zum Beispiel servierte eine exzellenete Mischung aus Ska, Punk und Crossover. Die Jungs von "Insane Inside" einer Schulband aus Lottstetten, die auch bei Meet the Beat spielte, lobten die Freakuency-Kollegen: "Das war einer der besten Acts, die waren wirklich gut". Ebenfalls besonders beindruckend: Die Jungs von Basement 6 aus Stuttgart, die schon im vergangenen Sommer bei Meet the Beat rockten und feinsten düsteren Metal präsentierten. Mitgeheizt und einen guten Job gemacht hatten auch die Bands Jabiru Crew (Schaffhausen), Soulong aus Waldshut, Second Function (Zürich), Your third Eye (Grafenhausen), My early Grave (Konstanz), Scope (Schaffhausen) und Polly Lain (Freiburg).

"Die zwei Tage waren einfach nur supergut und mehr gibt's dazu nicht zu sagen", freute sich ein müder Fan nach zwei Tagen Dauerparty. Dass die Festival-Macher auf breite Unterstützung in der Lottstetter Bevölkerung zählen können, spiegelt sich auch in dem Umstand, dass Bürgermeister Jürgen Link nicht nur beim Clawfinger-Auftritt mit von der Partie war

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