Die Waldshuter Chilbi und in Tiengen der Schwyzertag werden seit cirka 500 Jahren gefeiert. Warum eigentlich? Aus heutiger Sicht sollten das doch eher Trauertage sein. Man stelle sich vor, die Schweizer hätten damals obsiegt. Dann wären wir heute ein prosperierender Kanton Waldshut, wir hätten den Franken, hätten nie eine Währungsreform durchgemacht und anderes mehr. Kurzum: Wir wären heute wohlhabende Schweizer in einem wohlhabenden Kanton.
So aber sind wir (die Hotzenwälder) das Schlusslicht in Baden-Württemberg und auch im Bund eine zurückgebliebene, teilweise verspottete Region, der man wenig beziehungsweise keine Beachtung schenkt. Wann war schon mal ein amtierender Kanzler am Hochrhein? Allenfalls ein Bundespräsident, der vor Jahrzehnten mal Urlaub im Hotzenwald gemacht hat, fällt einem ein.
Nur ein Beispiel: Wie lange geht schon das Trauerspiel um die Hochrheinautobahn, die dringend notwendig wäre, um die Wirtschaft am Hochrhein zu beleben. Überall werden mit Bundes- oder Landesmitteln Infrastrukturprojekte finanziert, nur nicht bei uns. Ohne das Schweizer Einkommen der vielen Grenzgänger würde es hier düster aussehen. Auch mental sind uns die Schweizer näher als die deutschen Nordländer.
Also provozierendes Fazit: Chilbi abschaffen, Franken und eine Kantonsregierung einführen. Zumindest aber an Chilbi die Schweizer Flagge hissen und darüber nachdenken, wie schön es wäre, Schweizer zu sein. Grüezi mit enand!
Martin Boll, Aichen
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