Waldshut-Tiengen Bündnis für polnische Familie
Zwei Gedanken, gleiches Ziel: Gisela Schäuble und Carsten Fischer haben ihre Hilfsaktionen zugunsten der Familie des Tötungsopfers vom Busbahnhof zusammengelegt. Bild: Herbst
Bei den zu Beginn des gerichtlichen Strafverfahrens gegen den mutmaßlichen Täter sich spontan gebildeten Hilfsaktionen „Waldshuter Solidarnosc“ der Waldshuterin Gisela Schäuble und des Laufenburgers Carsten Fischer haben inzwischen rund 100 Bürger, Unternehmen und Vereinigungen diese Hilfsbereitschaft materiell durch Spenden bewiesen. Jetzt haben sich beide Hilfsaktionen zusammengetan, um die Hilfe konzentriert anbieten zu können. „Im Ziel, der Witwe und den drei Kindern des Getöteten zu helfen, sind wir uns einig. So wollen wir das Ziel jetzt auch gemeinsam ansteuern“, sagt die Waldshuter Geschäftsfrau Gisela Schäuble. Alle Spenden sollen daher jetzt auf das von Carsten Fischer bereits eingerichtete Spendenkonto „Für Opferfamilie“ fließen.
Schäuble und Fischer sind sich auch einig darüber, wie die Hilfe organisiert werden soll: „Wir wollen, dass die Spenden eins zu eins direkt bei der Witwe und den Kindern in Nordostpolen ankommen – Erst Hilfe zum Überleben, dann nachhaltige Hilfe für Zukunftschancen, besonders für die Ausbildung der Kinder. Beide Initiatoren zeigen sich dankbar für die bisherige Resonanz auf ihre Spendenaufrufe. „Besonders die vielen kleineren Spenden von Privatleuten haben mich sehr berührt und dankbar gemacht“, sagt Fischer. Den Kontakt zu der 43-jährigen Witwe und den 14, 16 und 20 Jahre alten Kindern vermittelt der als Anwalt der Opferfamilie bei Gericht vertretene Rechtsanwalt Waldemar Lenz. Er soll auch den akuten Hilfsbedarf der Familie feststellen, die seit dem Tod ihres Ernährers mit dem kargen Monatsverdienst von 250 bis 300 Euro der Mutter auskommen muss.
Der 50-jährige Arbeiter aus Polen, der erst seit wenigen Wochen in Waldshut war, ist am 29. Mai 2011 am Waldshuter Busbahnhof durch Schläge und Tritte ums Leben gekommen. Ein 29-Jähriger muss sich deswegen seit dem 16. Januar 2012 vor dem Waldshuter Schwurgericht wegen Totschlags verantworten.
