Deshalb wird noch bis zum 10. September der Verkehr über die B 34 und L 159 zwischen den Anschlussstellen Tiengen-Ost und Tiengen-West durch Tiengen umgeleitet.
„Es ist so laut, dass wir uns bei offenen Fenstern nicht unterhalten können“, sagt Andrea Gampp, Betreiberin der gleichnamigen Haustechnik. Weil ihre Mutter in der Klettgaustraße wohnt, habe sie ihr sogar angeboten, zu ihr zu ziehen, damit sie die nächsten Wochen durchschlafen könne. In den vergangenen Jahren sei der Tunnel immer gesperrt gewesen, allerdings nicht für drei Wochen. „Jetzt sind wir froh, wenn er befahrbar ist und es zu keinen Verzögerungen bei den Arbeiten kommt. Man sieht nun erst einmal, wie der Bürgerwaldtunnel Tiengen entlastet.“
Auch Bruno Bastianelli wohnt und arbeitet in der Klettgaustraße. „Es ist nicht nur sehr laut, sondern der gesamte Verkehr produziert so viel Abgase, dass wir in der Nacht die Fenster nicht öffnen können“, klagt der Kfz-Mechaniker. „Wäre der Tunnel vor 15 Jahren nicht gebaut worden, würde ich hier nicht mehr wohnen. Gerade die Laster, die vom Wutachtal her kommen nutzen den Tunnel und fahren nicht mehr durch die Stadt. Das entlastet uns Anwohner sehr.“
Zwar arbeitet Mehmet Üzümyemez von der Autogalerie Süd nur in Tiengen, trotzdem klagt auch er über den Lärm. In seinem kleinen Büro merke er sogar die Vibrationen, die von den Lastern erzeigt werden. „Glücklicherweise sind die Tunnelarbeiten in die Schulferien verlegt worden, sonst gebe es vielleicht noch mehr Verkehr. Ich wohne in Lauchringen und stand heute Morgen auf dem Weg zur Arbeit bestimmt zehn Minuten im Stau. Aber ich bin froh, dass die Technik im Tunnel erneuert wird.“
Nur Marcel Spitznagel von der gleichnamigen Motorradtechnik beschwert sich nicht über den Lärm. „Wir machen hier auch viel Krach. Mir tun die Menschen, die hier leben, schon ein wenig leid. Mich stört allerdings der Fluglärm viel mehr“, sagt er.

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