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Jestetten/Rheinau Bio-Gemüse ein wahrer Lockstoff

08.09.2008
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Nicht den Wunschvorstellungen der Organisatoren entsprach das Wetter beim 2. Bauern- und Degustationsmarkt "1001 Gemüse & Co" in Rheinau. Der guten Stimmung tat das aber wenig Abbruch, dafür waren die Stände der 85 teilnehmenden Aussteller umso mehr besucht. Alleine am Samstag wurden etwa 4000 Gäste gezählt.

Jestetten/Rheinau (sf) Zwar war es zu Beginn der Veranstaltung am Samstag um 11 Uhr noch recht freundlich und Hauptorganisator Martin Ott meinte zuversichtlich: "Es regnet erst ab 22 Uhr". Allerdings setzte der Regen dann bereits zur Kaffeezeit ein und die auf dem großen Klosterplatz in der Festwirtschaft sitzenden Besucher mussten ihre Plätze räumen.

An zwei Verkaufs- und Informationsständen jeweils am Eingang der beiden Plätze mit Ausstellern wurde der zum Besuch der Degustation erforderliche am Handgelenk zu tragende "Degustationsbändel" zu 15 Franken verkauft. Damit konnte an allen Ständen nach Herzenslust von den gezeigten Produkten probiert werden. Davon machten fast alle Besucher Gebrauch, unter ihnen auch Jestettens Bürgermeisterin Ira Sattler, die schwärmte: "Ich bin beeindruckt von der Vielfalt, die hier gezeigt wird!"Degustationsmarkt 1001 Gemüse & Co

Unter den 85 Ausstellern waren auch sieben Anbieter aus dem Kreis Waldshut. Markus Uhlenbrock aus Dogern bot Auberginenpüree und Tomaten an, bei Sedus Stoll aus Waldshut waren Rohkostsalate zu testen, Gemüse aus dem Hobbygarten zeigte Gertrud Ruppender aus Jestetten, Äpfel, Birnen, Zwetschgen und Himbeeren präsentierte der Obsthof Henes aus Lottstetten, Säfte und Schnäpse waren bei Heinz Abend aus Lottstetten zu degustieren, Brote und Wurstaufstriche bot Franz Kübler aus Dettighofen an und verschiedene Kartoffeln waren bei Erika Maier aus Wutach zu sehen. Erstmals wurde die Möglichkeit zum Kauf einiger an den Degustationsständen angebotener Produkte in der Klosterscheune geboten. Für die Besucher bestand die Möglichkeit, an einer der drei Führungen durch das Gut Rheinau mit Martin Ott teilzunehmen. Ein Erlebnispark mit Tieren, einem Wettbewerb und einer "Märlitante" im Vorlesezelt erfreute die große Kinderschar.

Ein interessantes Rahmenprogramm mit einer Reihe von Vorträgen erwartete die Besucher. Andrea Heistinger sprach über das Wissen der Bäuerinnen in Südtirol in Bezug auf Pflanzen und Béla Bartha referierte über traditionelles Saatgut in der modernen Marktwirtschaft. Sandra Memmo thematisierte das ayurvedische Heilwissen und Pflanzen als Vermittler. Pflanzen die lernen, sich zu erinnern und miteinander kommunizieren, betrachteten Martin Ott und Florianne Koechlin. Beat Sitter-Liver und Daniel Ammann sprachen über das Thema: Der Eigenwert von Pflanzen und die Grenzen ihrer Verfügbarkeit. Höhepunkt der Veranstaltungen im Kaisersaal war die Verkündung der Rheinauer Thesen zu den Rechten der Pflanzen, wo die Autorinnen und Autoren die Anspruchsrechte für Pflanzen formulierten. U.a. werden darin Grenzen gegen beliebige Instrumentalisierung gesetzt.

Auch am Sonntag strömten tausende Besucher auf das Klosterareal zu "1001 Gemüse & Co".

Gen Au Rheinau

Der Verein "Gen Au Rheinau, Saatschutz für die Welt von Morgen" hat 600 Mitglieder. Das Präsidium bilden Lilith Claudia Hübscher aus Winterthur (CH) und Rolf Hauser aus Dettighofen (D). Ziel des Vereins ist es, die Grenzregion freizuhalten von Produkten, die gen technisch verändert sind.


Waldshut-Tiengen
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