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27.06.2012  |  1 Kommentare

Waldshut-Tiengen "Beznau entspricht den modernsten Kraftwerken"

Waldshut-Tiengen -  Das Schweizer Atomkraftwerk Beznau nahe Waldshut soll laut Betreibergesellschaft Axpo über das Jahr 2021 hinaus in Betrieb bleiben.

Zwei Arbeiter vor dem Schweizer Atomkraftwerk Beznau nahe Waldshut, wo gegenwärtig an Block I Revisionsarbeiten laufen.  Bild: Gerard



Manfred Thumann, Geschäftsführer der Axpo AG, geht von einer Laufzeit von mehr als 50 Jahren aus. Entsprechend äußerte sich der Chef des Energiekonzerns bei einer Medienkonferenz, die am Mittwoch in dem Kernkraftwerk stattfand.

Für Reaktorblock I (Inbetriebnahme 1969) würde das einen Betrieb mindestens bis 2019 bedeuten, für Block II (Inbetriebnahme 1971) mindestens bis 2021.



Das Atomkraftwerk in Beznau, wo auch laut Betreiberangaben die weltweit ältesten kommerziellen Reaktoren am Netz sind, wird von Kritikern immer wieder als veraltet bezeichnet.

Demgegenüber erklärte Manfred Thumann, der heutige Stand der Technik setze keine Grenzen bei Erhaltung und Modernisierung der Anlagen. Thumann: „Es gibt keine Beschränkung der technischen Lebensdauer.“

Lediglich die Frage der Wirtschaftlichkeit möglicher Nachrüstungen spiele bei der Laufzeit eine Rolle. Thumanns Prognose: „Über 50 Jahre Laufzeit trauen wir uns zu.“ Der Konzernchef betonte dabei: „Für uns gilt: Sicherheit geht vor Wirtschaftlichkeit.“



Kraftwerksleiter Urs Weidmann verwies auf die wiederholten Nachrüstungen seit Inbetriebnahme der Reaktoren. Bis 2014 sollen weitere Investitionen in die Sicherheit vorgenommen werden. Die Kosten dieser Maßnahmen werden von Axpo mit 700 Millionen Schweizer Franken beziffert.

Konzernchef Thumann erwähnte den auch in der Schweiz beschlossenen Atomausstieg. Damit sei ein Ersatz der Beznauer Reaktoren definitiv vom Tisch. Die Pläne für ein neues Atomkraftwerk waren in der deutschen Nachbarschaft auf heftige Kritik gestoßen.

Die Anlage in Beznau steht rund sieben Kilometer Luftlinie von Waldshut entfernt. Gegenwärtig laufen an Block I Revisionsarbeiten. Dabei wurde laut Werksangaben an einer Schweißnaht des Reaktordeckels eine „Unregelmäßigkeit“ festgestellt. Laut Kraftwerksleiter Weidmann handelt es sich um eine etwa zehn Millimeter lange oberflächliche Stelle, die keinerlei Sicherheitsrisiko darstelle. Der auffällige Bereich soll überschweißt werden.

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1 Kommentare
"Beznau entspricht den modernsten Kraftwerken"
...genauso wie Fukushima? Und natürlich Fessenheim... Wie lange müssen wir uns noch die Lügen der Atomindustrie anhören?
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