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Waldshut-Tiengen Außenminister Steinmeier spricht in Waldshut über Krisen und Kriege

Über 200 Besucher drängten sich in der Waldshuter Stadtscheuer, als Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) über die gegenwärtigen Krisen, Konflikte und Kriege sprach. Mehr als 100 Interessenten mussten mangels Platz draußen bleiben.

Wo sonst die Junggesellen am Heimatfest Chilbi zum Gulaschessen einladen oder irische Folk-Musikanten aufspielen, ist am Montagmittag Weltpolitik aus erster Hand erklärt worden. Über 200 Besucher drängten sich in der historischen Waldshuter Stadtscheuer, als Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sprach. Das Interesse war so groß, das mehr als 100 Menschen draußen bleiben mussten.

Im Jahr 2012 hatte Steinmeier als Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion Waldshut besucht und mit Schülern des Hochrhein-Gymnasiums diskutiert. Als Außenminister kam der Politiker jetzt, 48 Tage vor der baden-württembergischen Landtagswahl, zum zweiten Mal in die Hochrheinstadt. Seither ist die Welt eine andere geworden. Dies machte Steinmeier zu Beginn seines gut 45-minütigen Vortrags mit dem Sarkasmus eines Politikers deutlich, dessen Agenda bestimmt wird von Krisen, Konflikten und Kriegen: „Wer in diesen Zeiten den Außenminister zu einer Rede einlädt, der muss die gute Laune selber mitbringen.“

Konzentrierte Ruhe zu verzeichnen war in den Zuhörerreihen, darunter auch jetzt wieder viele Schülerinnen und Schüler des Hochrhein-Gymnasiums, als Steinmeier das Thema der öffentlichen Veranstaltung beleuchtete: „Krisen, Konflikte, Flucht – deutsche Außenpolitik in stürmischen Zeiten“. Der Gast aus Berlin erklärte, warum komplexe Probleme komplexe Lösungen erfordern, und sagte mit Blick auf Phänomene wie Pegida und AfD: „Es gibt keine einfachen Antworten.“ Fazit des SPD-Landtagsabgeordneten Hidir Gürakar aus Bad Säckingen an die Adresse des prominenten Parteikollegen: „Ich glaube, du hast sehr klare und mahnende Worte gesprochen.“

 

Unter den Zuhörern war auch der pensionierte Waldshuter Lehrer Günter Lindemann, seit den Siebzigerjahren Mitglied des SPD-Ortsverbands, zeitweise auch dessen Vorsitzender. Am Vormittag hatte er noch Basisarbeit geleistet und beim Bestuhlen des Saals geholfen. Für die Wahl am 13. März sieht er bessere Perspektiven, als es das in den Medien zu findende Stimmungsbild darstelle: „Die SPD hat immer viele treue Stammwähler gehabt.“

Eher humorvoll gemeint war unterdessen eine Prozentzahl, die Rita Schwarzelühr-Sutter, Parlamentarische Staatssekretärin und Bundestagsabgeordnete, nannte. Als sie ihrem Parteikollegen Frank Walter Steinmeier als Abschiedsgeschenk eine Flasche Schwarzwälder Kirschwasser überreichte, sagte sie schmunzelnd: „40 Prozent sind die Zielmarke.“

Interview mit Außenminister Frank-Walter-Steinmeier in Waldshut

 

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