Mein
 

Weilheim 70 Jahre Holzbau Amann in Remetschwiel

Die Firma Holzbau Amann feiert dieses Jahr den 70. Jahrestag ihres Bestehens. Gründer des renommierten Weilheimer Betriebes war Xaver Amann. Der Zimmermann aus Leidenschaft - der Beruf war sein Hobby - kam im Dezember 1908 in Gaiß zur Welt.

CCI-SKOL-G7KCENSD-PIC1

In dem kleinen Ort wuchs er auf und ging er zur Schule. 1924 begann er seine Lehre als Zimmermann bei Bernhard Brunner in Waldshut. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung arbeitete Xaver Amann zunächst ein Jahr in einer Zimmerei in Karsau, ehe er, wie es seinerzeit noch üblich war, für zwei Jahre auf die Walz ging. Die Wanderschaft führte ihn, vielfach zu Fuß, über Breisach und Freiburg nach Frankenthal in der Pfalz.

Von dort aus ging es dann gen Norden nach Chemnitz in Sachsen und weiter über Dresden, Berlin und Lübeck nach Hamburg. Die Hansestadt sollte die letzte Station auf seiner Wanderschaft sein. 1930 kehrte der junge Zimmermannsgeselle in den heimatlichen Südschwarzwald zurück und machte sich daran, seinen Meisterbrief zu erwerben.

Am 3. August 1932 gründete Xaver Amann mit zwei Mann sein eigenes Unternehmen. 1934 entstand die erste Werkstatt in Bannholz. In den Kriegsjahren stand der Betrieb still, da Xaver Amann zum Kriegsdienst einberufen worden war. Zurück aus russischer Gefangenschaft brachte er, obwohl im Krieg am linken Arm schwer verwundet und dadurch massiv behindert, seinen Betrieb wieder in Schwung. Mitte der 50er Jahre stieg Gerhard Amann, der Sohn des Firmengründers, für den die Arbeit mit Holz ebenfalls alles bedeutet, in das Geschäft ein.

Neben der Zimmerei unterhielt die Firma Amann von 1954 bis 1973 einen florierenden Zeltverleih. Bereits ab 1961 gehörte die Zimmerei Amann zu den führenden Betrieben beim Bau von Aussiedlerhöfen und wurde im weiten Umkreis bekannt. 1965 wurde dann bei Holzbau Amann eine neue Ära eingeleitet und es wurden die Weichen für die Zukunft gestellt. Xaver und Gerhard Amann wandten sich dem Ingenieurholzbau zu, das heißt, man verlagerte sich auf den Bau großer Projekte wie Hallen, Sportstätten, Kirchen, Hallenbäder, Industriehallen, Brücken und vieles mehr.

Einen herben Rückschlag erlitt das Unternehmen 1971. Zimmereibetrieb und Zeltverleih in Bannholz brannten bis auf die Grundmauern ab. Nach dem Brand zogen Xaver und Gerhard Amann nach Remetschwiel um, da dort ein größeres Betriebsgelände erworben werden konnte. Eine neue Werkshalle und ein Wohnhaus, in dem auch die Büros untergebracht sind, entstanden auf dem neuen Areal.

Bis zu seinem 80. Lebensjahr ließ es sich Xaver Amann nicht nehmen, täglich im Betrieb zu sein. Im Januar 1995 verstarb der Gründer von Holzbau Amann. Inzwischen sind auch Peter und Tobias, die Söhne von Gerhard Amann, in den Familienbetrieb eingestiegen und leiten zusammen mit ihrem Vater und dem Geschäftsführer Bernhard Tritschler den mittlerweile in ganz Europa bekannten Betrieb ganz im Sinne des Firmengründers.

Seit 1998 kann die Firma Holzbau Amann Jahr für Jahr mit spektakulären Bauwerken in einzigartigen Konstruktionen aufwarten. 1998 baute die Remetschwieler Zimmerei den 60 Meter hohen Jahrtausendturm auf der Bundesgartenschau, 1999 das viel beachtete Holzdach auf der Expo 2000 in Hannover und 2001 ein großes Einkaufszentrum in Dubai. In diesem Jahr baute die Firma Holzbau Amann acht Hallen für die Neue Messe in Friedrichshafen.

Gerade baut Holzbau Amann ein Aufsehen erregendes Holzhaus in St. Moritz (CH). Der Architekt des dreistöckigen Appartementhauses ist kein geringerer als der Londoner Stararchitekt Norman Foster, der unter anderem die Glaskuppel des Berliner Reichstages und den neuen Flughafen von Hongkong gebaut hat.(bin)

Regionale Produkte von Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein auf SÜDKURIER Inspirationen. Gleich Newsletter abonnieren und sparen!
Erlesene Bodenseeweine jetzt bei SÜDKURIER Inspirationen!
Korrekturhinweis
Neu aus diesem Ressort
Kreis Waldshut
Waldshut-Tiengen
Waldshut-Tiengen
Waldshut
WaldshutTiengen
WaldshutTiengen
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren