Medien-Präventionstag an der Hans-Thoma Schule Tiengen. Aktion des Malteser-Hilfsdienstes
Tiengen (die) Ein ganzer Tag stand an der Hans-Thoma Schule Tiengen unter dem Thema „Gegen Gewalt und Mobbing im Netz“. Diese Aktion unter dem Motto „Fit in Fair Play – gemeinsam an Schulen gegen Mobbing und Gewalt“, wurde vom Malteser-Hilfsdienst mit einem bundesweiten Wettbewerb initiiert und mit einem Medien-Präventionstag als Hauptgewinn prämiert.
Gewonnen haben diesen besonderen Tag einschließlich der Referenten die Klassen 7a und 7b der Hans-Thoma Schule Tiengen. Mit den Themen „Ausgrenzung, Cybermobbing und sexuelle Gewalt im Netz“ setzten sich nun die Lehrer zusammen mit der Wissenschaftlerin Catarina Katzer, Leiterin verschiedener Forschungsprojekte rund um das Thema Cyberpsychologie, Medienethik und Jugendforschung, auseinander. Parallel erarbeiteten ausgewählte Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 4 bis 9, die in ihrer Funktion als Multiplikatoren agieren, mit Dirk Heinrichs, Schauspieler, Autor und Experte der Themen Mobbing, Cybermobbing und Zivilcourage sowie Dozent an der Fachhochschule der Polizei in Köln, das brisante und weit unterschätzte Problemfeld.
Den Abschluss fand der Tag mit einem öffentlichen Informationsabend, bei dem beide Referenten und Schüler berichteten. „Alles was im Netz steht“, so das warnende Fazit der Experten, „ist für immer im Netz, wie in einer Endlosschleife. Das Opfersein ist öffentlich!“
Immerhin haben bereits fast fünfzig Prozent aller Jugendlichen über 12 Jahre bereits Formen des Mobbings im Netz erfahren, darunter auch besonders schwere Formen wie Ausgrenzung, Erpressung, Gerüchte sowie peinliche oder anzügliche Fotos und Filme. „Mobbing ist schlichtweg Gewalt“, so Dirk Heinrichs Intention mit seinem Engagement im Verein Sprache gegen Gewalt – für Zivilcourage und soziale Verantwortung, „verstößt in vielen Fällen gegen das Gesetz und sollte daher in schweren Fällen auch unbedingt zur Anzeige gebracht werden.“
„Besonders wichtig sollte für alle Erwachsenen, Eltern wie Lehrern, sein“, so Catarina Katzer, „Opfern von Gewalt und Mobbing, eine Lobby zu geben und vor allem Kinder zu Neinsagern zu erziehen.“ Schüler Inan Sahron aus der siebten Klasse wünschte sich in der Gesprächsrunde, dass zum Beispiel bei so genannten „Opferkreisen“ auf dem Pausenhof, Lehrer, aber auch couragierte Schüler sofort eingreifen um streitende Parteien zu trennen.
Sehr eindrücklich und zum großen Teil auch erschreckend war für Arne Scharf, Klassenlehrer in der siebten Klasse und einer der Initiatoren der Wettbewerbsteilnahme, die dargestellten Untersuchungsergebnisse der Referentin Catarina Katzer. „Cybermobbing muss in der Schule dringend thematisiert werden.“
„Eltern sollten nicht immer ihren Kindern nachgeben und meinen, jeden Trend unterstützen zu müssen“, appellierte Susanne Volks-Dettering, stellvertretend für die anwesenden Eltern.
Für Schulleiter Hans-Joachim Sinkwitz ist das Thema ein weiterer Baustein auf dem Weg zur sozialen Ganztagesschule. „Ich hoffe, dass die Schüler mit diesem Tag auch im Bereich dieses Mediums sensibilisiert wurden und als Multiplikatoren dies unter ihren Mitschülern weiter tragen. Medienkompetenz muss in allen Klassenstufen ihren Platz bekommen.“
„Wenn die Kids Mobbing mit uns Referenten in Verbindung bringen und dann nach dem Motto ‚Helfen ist cool!' handeln, haben wir schon viel für das Bewusstsein erreicht, und dieser Tag hat sich für alle gelohnt“, so einhellig das Abschlussresümee von Catarina Katzer und Dirk Heinrichs.