Was wäre, wenn einer von uns Gott wäre?“ eine philosophische Frage, die Songwriter Andreas Schaps in einer seiner gefühlvollen Balladen zu beantworten versuchte, eine Ballade, die so ganz in die Räumlichkeiten des Klosters Riedern a.W. passte und nur eine musikalische Antwort fand.
Andreas Schaps war zu Gast in der Konzertreihe „Kultur im Treppenwinkel“, ein Zweimeter-Mann mit einer alten Westerngitarre und einem Banjo. Seit 1976 Akteur in verschiedenen Rock-, Grunge- und Folk-Bands kam als Solist in den Treppenwinkel. Seine Lieder waren ausschließlich englischsprachig, worüber er sich fast entschuldigte und bewegten sich zwischen melodischem Rock und sanften Balladen, wobei Menschlichkeit ein Grundtenor war. Menschlich wohl auch das im Schlaf reden in der Ballade Sleeptalking, das zu Verwicklungen führen kann. Aus eigener Erfahrung als Zweimeter-Mann mit immer zu niedrigen Türdurchgängen, auch im alten barocken Klostergebäude kann Schaps mit einem Augenzwinkern das rockige Lied „Hard world“ singen: „Dies ist eine harte Welt für große Leute.“ Andreas Schaps schreibt die Texte und Musik vielfach selbst. Der Interpret Schaps will verschiedene Richtungen gehen, Harmonie und Zerrissenheit widerspiegeln, sanft und hart, schöne sanfte Klänge, schwere Trommelrhythmen. Und mit einem Augenzwinkern fügt er hinzu. „Ich will alles gleichzeitig tun!“, was natürlich nicht immer gelingt, wie könnte er pfeifen und singen gleichzeitig, Gitarrespielen und Trommeln. Wenn auch die Gitarre ihm als Rhythmusinstrument hilft, dann aber kann er nicht in die Saiten greifen. Mit „Come back“ holte er den ältesten Song aus seinem selbst geschriebenen Repertoire und ebenfalls aus seinen Anfangsjahren der Song nach Sehnsucht „Waiting“.
Eine Reminiszenz an das alterwürdige Kloster war ein englischer Folksong aus dem 18. Jahrhundert, entstanden zu der Zeit, als das Klostergebäude in Riedern neu erstand. Somit wurde der Bogen gespannt zwischen dem Stil eines Andreas Schaps und dem barocken Treppenwinkel. (sbw)