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Stühlingen Stühlingens Geburtshilfe-Station schließt im Juni

Die Geburtshilfe am Krankenhaus in Stühlingen wird zur Jahresmitte geschlossen. Der HBH-Klinikverbund bietet den zehn Hebammen an, im Rahmen des Hauses selbstständig ein „Geburtshaus“ zu betreiben. Die Hebammen winken jedoch ab.

Der Klinikverbund will im ehemaligen Kreiskrankenhaus etwa zehn Stellen einsparen - „aufgrund der betriebswirtschaftlichen Defizite“, wie Verwaltungsdirektorin Sabine Schwörer vor den Medien erklärte. Ein Angebot an die betroffenen Hebammen, sich in den Räumen der Klinik mit einem Geburtshaus selbstständig zu machen, dürfte kaum zu Tragen kommen.

Die Hebammen, die gestern Vormittag wie das gesamte Personal über bevorstehende Veränderungen informiert wurden, winkten im Gespräch mit dieser Zeitung ebenso ab wie der Frauenarzt Hans-Joachim Koch, niedergelassener Gynäkologe im Medizinischen Versorgungszentrum. Ohne den ärztlichen Rückhalt einer stationären Geburtshilfe werde keine Hebamme das Risiko eines Geburtshauses eingehen. Solche Einrichtungen seien für den ländlichen Raum nicht geeignet, so die Frauen unisono. In der Stühlinger Geburtshilfe sind zehn Hebammen auf 5,5 Vollzeitstellen beschäftigt. Außer ihnen will das Klinikum dort auch Pflegepersonal und „fast eine Arztstelle“ einsparen.

Bürgermeisterin Isolde Schäfer erklärte zu der geplanten Streichung, „mir blutet das Herz“. Landrat Tilman Bollacher betonte, dass der Landkreis Waldshut als Gesellschafter des Hegau-Bodensee-Hochrhein-Gesundheitsverbundes mit seiner Zustimmung zur Streichung der Abteilung eine „große Solidaritätsleistung“ zur Sanierung des hochverschuldeten Verbundes erbracht habe.

Beide Politiker äußerten die Erwartung, dass damit der Standort Stühlingen für die Grundversorgung gesichert ist. Diese Zusage sei von der Unternehmensberatung Kienbaum angesichts der Veränderungen im Gesundheitswesen allerdings auf zwei Jahre beschränkt worden, bedauerte Bollacher.

Aus für Geburtsstation

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