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01.10.2009  |  von  |  0 Kommentare

Stühlingen Jüdischer Friedhof entdeckt

Stühlingen -  Nun steht definitiv fest, wo der jüdische Friedhof Stühlingen sich befand. Im Zuge der Recherchen zur Geschichte der jüdischen Stühlinger Gemeinde, kanndas Areal benannt werden. Es liegt auf der anderen Seite der Wutach, unterhalb des Gewanns „Schinderwald“, im Bereich „Göbli“. Den genauen Ort kannte der ehemalige Stühlinger Revierförster Willi Groß.

Willi Groß, früher Förster in Stühlingen, weiß noch, wo sich der jüdische Friedhof unterhalb des Schinderwaldes befand.  Bild: bernauer



Stühlingen – Willi Groß war viele Jahre lang in den Stühlinger Waldgemarkungen tätig.

Der 86-Jährige erinnert sich, dass ihm sein Vorgänger Karl Grüninger einst erzählte, dass der jüdische Friedhof sich rechterhand des alten Schaffhauser Weges befand. Dieser Weg war in früheren Zeiten eine wichtige Verbindung zur benachbarten Schweiz. Der Weg ist heute fast zugewachsen. Nur Kenner wissen noch, wo der Weg einst verlief.

In heimatgeschichtlichen Publikationen wird die Lage des jüdischen Friedhofes nur vage mit „auf der anderen Seite der Wutach“ beschrieben. Letzteres stimmt auch, denn der Schaffhauser Weg zweigt wutachtalabwärts betrachtet, linker Hand vom Weg ab, der zur Ziegelhütte führt. Streift man oberhalb des Weges durchs dicht verwachsene Unterholz, stößt man allenfalls noch auf Relikte einer alten Steinmauer.

Demnächst wird am Einstieg zum ehemaligen Schaffhauser Weg ein Schild mit dem entsprechenden Hinweis auf den jüdischen Friedhof installiert.

Gedacht als Orientierungshilfe für kommende Generationen. Der alte Schaffhauser Weg führt steil bergan und mündet nach zirka 300 Metern in einen gut ausgebauten Waldweg. Die deutsch-schweizerische Grenze ist von dort nicht mehr weit. Diese läuft auf Höhe Stühlingen am Kamm des Stühlinger Naherholungsgebietes „Schinderwald“ entlang. Nur Grenzsteine erinnern allenthalben daran, dass dort die Eidgenossenschaft beginnt.

Aus der einstigen jüdischen Stühlinger Gemeinde ging Nathanael Weil, der von 1687 bis 1769 lebte, hervor. Er war Oberrabbiner der Badischen Juden.

Vermutlich 1743 wurden die Stühlinger Juden ausgewiesen. Ein Teil der Ausgewiesenen zog in die Schweiz, nach Gailingen, Randegg, Emmendingen, Eichstetten und Ihringen.

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