Seit 2001 leben Sjefke und Margrieta Dankers im ehemaligen Haus Bernauer an der Gerbergasse der Stühlinger Altstadt. Die beiden Holländer haben ein Faible für altes Gemäuer. Mit viel Liebe bauten und bauen sie das zwischen zwei weitere Häuser eingezwängte Anwesen nach ihren ganz speziellen Vorstellungen von „Schöner Wohnen“ um. Im Städtlerund besitzt ihr Haus ein einmaliges Merkmal, denn auf der Rückseite, zum Stadtgraben hin, befindet sich ein bis heute bestens erhaltener Wehrturm.
Dieser gibt der malerischen Südwestseite sein ganz besonderes Gepräge. Nicht zuletzt deshalb wurde dieser Altstadtteil zum beliebtesten Fotomotiv und Malerwinkel. 1980 kamen die aus Holland stammenden Dankers nach Stühlingen. Schon früh entdeckten sie ihre Liebe zum Städtchen unterm Hohenlupfen. 1983 bereits legte Sjefke Dankers die Metzgermeisterprüfung ab. Ausbildungsbetrieb war die Großmetzgerei Adler in Bonndorf. In Japan gab Dankers sein Wissen an japanische Metzger weiter, denn in Japan gelten deutsche Wurstwaren als exotische Delikatesse. Lange Jahre lebten die Dankers im Land der aufgehenden Sonne. Immer wieder aber zog es beide nach Stühlingen zurück.
Nun sind sie sesshaft geworden und beide haben sich in das Stühlinger Vereinsleben bestens integriert. Für das Freilichtspiel Im Bur si Recht musste Sjefke Dankers sich keinen Bart wachsen lassen. Er trug bereits einen stattlichen. Im Spiel verkörperte er den Bürger Hans Obsers während Margrieta eine Gauklertruppe anführte. Mit der Bart ab-Aktion nach Ende der Spielsaison kam es für ihn dann zum Schwur.
Nachdem sich alle männlichen Darsteller öffentlich und unter großem Hallo von ihrem Gesichtsschmuck wieder trennten, wagte sich auch Sjefke unters Messer. Allerdings erst nachdem die Schaulustigen sich bereit zeigten, einen kleinen Obulus für einen guten Zweck beizusteuern. So kamen in wenigen Minuten 250 Euro zusammen, die Rolf Weckesser, Vorsitzender der Bürgerinitiative Flugverkehrsbelastung, entgegennahm.
