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Stühlingen „Realschule ist attraktiv“



Ulrich Grieshaber, seit 2003 Rektor der Stühlinger Realschule, beantwortet uns zur aktuellen Schulsituation Fragen.

Was ist der Unterschied zwischen einer Gemeinschaftsschule und Ganztagsschule?

Die Gemeinschaftsschule ist grundsätzlich Ganztagsschule mit drei bis vier verpflichtenden Tagesangeboten. Es ist ein völlig anderes Konzept als die Ganztagsschule, die in gebundener oder offener Form arbeitet. Das Lernen im Klassenverband wird in Gemeinschaftsschulen ersetzt durch indiviualisiertes Lernen in Gruppen. Der Lehrer ist Lernbegleiter. Schüler entscheiden über ihre Lernorte und Lerngeschwindigkeit. Das Konzept orientiert sich am Institut Beatenberg, einem privaten Schweizer Internat. Hier betreuen 26 Lehrer 65 Schüler. Natürlich träume ich davon, bei derzeit 421 Schülern 162 Lernbegleiter zu haben. An unserer Schule sind derzeit 29 Lehrkräfte im Einsatz. Die Ganztagsschule besteht für Schüler aus einem verpflichtenden Angebot, auch am Nachmittag ist Schulpflicht. Die Offene Form erlaubt Spielräume vor allem bei Zusatzangeboten. Alle bestehenden Schularten können Ganztagsschulen werden.

Stimmt es, dass in Gemeinschaftsschulen nicht benotet wird?

Ja.

Können Sie sich eine Kooperation mit Wutöschingen vorstellen? Oder ist dieser Zug endgültig abgefahren?

Grundsätzlich kenne ich keinen abgefahrenen Zug. Fakt ist, dass die Schülerzahlen drastisch zurückgehen. Fakt ist auch, dass sich bisher nur Hauptschulen und Werkrealschulen um eine Gemeinschaftsschule beworben haben. Die Sinnhaftigkeit ihrer Plazierung ist eine andere Frage. Im Gegensatz zu einer Aussage in dieser Zeitung vom 8. Februar habe ich bis heute noch nie von einem Vorstoß zu einer möglichen Kooperation zwischen Wutöschinger und Stühlinger Schulen gehört. Eine Anfrage der Stühlinger Hauptschule wurde als nicht vorteilhaft erachtet. Dass die Realschule dennoch eine attraktive Schulart ist, bezeugt die Tatsache, dass den Gemeinschaftsschulen der Lehrplan der Realschulen zugrunde gelegt werden soll. Die Eltern werden durch den Wegfall der Verbindlichkeiten der Bildungsempfehlung über die Zusammensetzung der neuen Klassen in allen Schularten entscheiden. Das Schieben und Verschieben erfolgt später.

Wann kehrt Ihrer Einschätzung nach an den baden-württembergischen Schulen Ruhe ein?

Erst dann, wenn Grundschulen ein Medizinstudium anbieten können.

Was kann die Stühlinger Realschule tun, um noch attraktiver zu werden?

Um einen Vergleich aus der Autoherstellung zu ziehen: Grundsätzlich müssen ein solides Fahrwerk und eine zuverlässige Motorisierung dahinterstecken. Ich habe immer mehr den Eindruck, dass im schulischen Bereich Motor und Fahrwerk zweitrangig werden. Betreuung ersetzt Bildung. Die größte Attraktion einer Schule ist die, zu sehen, dass die Schüler ihr persönliches und berufliches Glück finden, auch zum Wohle der staatlichen Gemeinschaft. Wir werden weiterhin den klassischen Realschulabschluss mit solidem Sprungbrett in das duale System Berufsausbildung und/oder weiterführende Schulen vermitteln. Ab kommendem Schuljahr werden wir in unserem Schulzentrum an zwei bis drei Tagen einen Mittagstisch mit Betreuung anbieten. Weiterhin werden wir die Ausgestaltung mit modernen Medien vorantreiben.

Sorge von Herrn Grieshaber ist nachvollziehbar
Vermutlich kennt Herr Grieshaber das Schreiben des staatlichen Schulamtes Lörrach, worin es ...
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