Seit dem 1. Juni kooperieren 13 Gemeinden aus dem Südschwarzwald und vom Hochrhein in der Ferienwelt Südschwarzwald. Eine bessere Vermarktung der Region ist das Ziel dieser größten Tourismus-Kooperation im Landkreis Waldshut, am Ende sollen mehr Übernachtungen stehen. Bernau ist Teil der Kooperation und sieht in der gemeinsamen Werbung Chancen für die ganze Region, will aber auch die enge Zusammenarbeit mit Todtmoos und Todtnau fortsetzen. „Man muss größere Einheiten bilden, allein sind die Gemeinden nicht in der Lage, das Marketing zu stemmen“: Bürgermeister Rolf Schmidt begrüßt die Bildung der Ferienwelt Südschwarzwald, zumal eine gemeinsame Werbung der ganzen Region auch Chancen für die einzelnen Gemeinden biete.
Wie St. Blasien und Häusern hätte auch Bernau vor der Frage gestanden, mit der Hochschwarzwald Tourismus GmbH (HTG) zu kooperieren, gemeinsam mit den Vermietern habe man sich jedoch anders entschieden. „Der mehr Event-bezogene Tourismus der HTG hat uns nicht so zugesagt“, sagt Schmidt. Vom touristischen Angebot passe Bernau mehr zu den Gemeinden im Südschwarzwald, wo vorwiegend auf den sanften Tourismus gesetzt werde. Gleichwohl könne ein Schwerpunkt der Arbeit der Ferienwelt auch darin liegen, große Veranstaltungen in der Region zu bewerben. Dass die Kooperation mit dem eher bescheidenen Werbeetat von 30 000 Euro jährlich an den Start geht, stört den Bürgermeister wenig, die Kooperation müsse sich entwickeln. „Wir müssen im Kleinen beginnen“, sagt er. Funktionieren könne eine solche Kooperation sowieso nur, wenn die Touristiker gut zusammenarbeiten. Davon hänge denn auch der Erfolg der Kooperation ab, meint Schmidt.
In der Zukunft könne die Zusammenarbeit ausgeweitet und enger werden, was allerdings auch eine größere Verantwortung für die großen Tourismusgemeinden im Verbund mit sich bringe – wenngleich sich das Bernauer Gemeindeoberhaupt nicht sicher ist, „dass die Runde so groß bleibt“. Als eine vordringliche Aufgabe der Ferienwelt sieht Schmidt die Schaffung einer gemeinsamen Werbeplattform. Diese könne die einzelnen Imagebroschüren der beteiligten Orte ersetzen. Welchen Stellenwert eine Broschüre noch habe, müsse man sehen, die Werbung im Internet gewinne jedenfalls einen immer höheren Stellenwert.
Ein weiteres Arbeitsfeld der Kooperation könne auch darin liegen, neue touristische Produkte zu kreieren. „Wir brauchen spezielle Angebote, gerade für den sanften Tourismus“, findet Schmidt. Gerade beim Radtourismus sei die Region „zu schwach auf der Brust“. Der Bereich biete auch die Chance, ein jüngeres Publikum anzusprechen.
Den Wintertourismus im Schwarzwald sieht der Bürgermeister noch nicht am Ende, Bernau werde deshalb weiterhin auf Skifahrer setzen. Gerade in Hof seien gute Voraussetzungen vorhanden.
