Gersbach (rst) Noch einmal dürfen die containergerecht zugeschnittenen Stämme einst mächtiger Tannenriesen aus dem Gersbacher Forst Winterluft erleben, bevor sie vom Verladeplatz auf der Scherentann zur langen Seereise nach Fernost verladen werden. Das können Wanderer, die an den Stämmen vorbeikommen, an den dort angebrachten Japan-Markierungen unschwer erkennen.
Rund 250 Jahre alt
Wer an den riesigen Poldern vorbei geht, ahnt nicht, wie vielfältig der wertvolle Rohstoff im fernen Osten verwendet wird. So entstehen unter anderem aus dem überwiegend astfreien Holz fein geschnittene, aufwendig zubereitete Grabtafeln. Das Holz wird im Übrigen auch in diesen wirtschaftlich schwierigeren Jahren gut bezahlt. Die Stämme werden vor dem Hieb gemeinsam von Förster Jörg Gempp und einem beauftragten Holzfachmann ausgesucht. Sie müssen geraden Wuchs und Längen von vier bis 11,5 Meter aufweisen. Andererseits achtet man darauf, dass vorwiegend Bäume geschlagen werden, die wegen Wachstumsfehlern ohnehin geschlagen werden müssten oder ihr Endalter erreicht haben und somit reif fürs Fällen sind.
Denn obwohl angesichts der am Verladeplatz immer wieder neu aufgeschichteten umfangreichen Holzpolder oft bedauert wird, dass dem Gersbacher Plenterwald die Baumriesen entnommen werden, betont die Forstbehörde, dass es sich hier schon immer um einen Kulturwald handelte. In ihm wurde schon immer Holz angebaut aber auch wieder entnommen. Dieses Fälldatum liegt bei den Tannen in der Regel b ei einem Alter von 250 Jahren.