Schopfheim Neunjähriges Gymnasium frühestens 2013
09.02.2012
Gut Ding will Weile haben – das Theodor-Heuss-Gymnasium hat zwar ernsthaft Interesse an der Option, zusätzlich einen G-9-Zug (wieder) einzuführen. Doch will die Schule nichts überstürzen. Wenn überhaupt, ist damit erst zum Schuljahr 2013/2014 zu rechnen, so der neueste Stand.
Turbo-Abi in acht Jahren – oder wie früher im weniger eng gestrickten Zeitkorsett von neun Jahren: Gymnasien im Land können dank des von der grün-roten Landesregierung im Januar beschlossenen Schulversuchs künftig beide Abi-Varianten unter einem Schulhausdach anbieten. Allerdings nicht alle – der Versuch ist auf 44 Schulen im Ländle begrenzt. 22 können ihn in diesem Jahr und 22 im nächsten Jahr wagen. Das heißt: Wer zuerst dabei sein will, muss bis spätestens 1. März einen Antrag beim Kultusministerium stellen. Wer hingegen erste Erfahrungen abwarten und seinen Hut erst in die zweite Verlosungsrunde werfen will, hat länger Zeit – bis 1. Dezember.
Was das Schopfheimer Theodor-Heuss-Gymnasium betrifft, so ist jetzt auf jeden Fall schon mal klar, dass man nicht zu denen gehören will, die als erste den Sprung ins kalte Wasser wagen. Zusammen mit der Stadt als Schulträger habe man die Optionen diskutiert, gemeinsam sei man sich hinterher einig gewesen, „dass kein vorschneller Entschluss innerhalb der nächsten vier Wochen gefasst werden sollte“, heißt es in den Unterlagen des Gemeinderats für die Sitzung am 13. Februar. Zwar bestehe grundsätzlich ein Interesse an einem G-9-Zug. Zuerst aber müssten die Voraussetzungen analysiert werden.
„Die Einführung eines Schulversuchs verlangt gründliche Überlegung, da viele Rahmenbedingungen nicht vorgegeben sind“, wird Schulleiter Wolfgang Stocker in den Unterlagen zitiert. Offen sind hier nicht nur bildungsplantechnische Fragen, geklärt werden müsse auch, inwiefern hier zusätzliche personelle und sächliche Ressourcen erforderlich sind. Auch muss aus Sicht der Schule ein Konzept her, das gewährleistet, dass sich der G-8 und der G-9-Zug nicht widersprechenoder gar behindern. Abgesehen davon hat das THG nicht nur sich selbst im Blick, sondern den Bildungsstandort Schopfheim als Ganzes. Und da müsse in die Abwägung auch die Einführung der Gemeinschaftsschule an der Friedrich-Ebert-Schule einfließen.
