SchopfheimKlima in Bahn und Bus wird immer rauer - SBB-Fahrer als Prügelknaben [1]
Sie sind immer öfter „Prügelknaben“ – auch wenn der tätliche Angriff auf einen SBB-Fahrer vergangenen Woche eine Ausnahme war. Generell jedoch stellen Mitarbeiter in Bahn und Bus fest, dass sich das Klima verschlechtert hat. Entgleisungen häufen sich.
Schopfheim (hö) Die Aufregung ist groß, nachdem am Montag ein in Schopfheim zugestiegener Mann am Bahnhof Zell einen SBB-Fahrer der Wiesentalbahn zusammengeschlagen hatte. Der Täter soll sich bekanntlich darüber geärgert haben, dass der Zug fünf Minuten Verspätung hatte. Er griff daraufhin den Zugfahrer mit äußerster Brutalität an. Landesweit berichten Medien von dem Vorfall, auch in der Schweiz. „In der Region ist dieser Angriff in dieser Form bisher einmalig“, sagt Thomas Gerbert, Sprecher der für die Bahn zuständigen Bundespolizei. „So einen extremen Vorfall hatten wir bisher nicht.“ Die Attacke falle völlig aus dem Rahmen. Eigentlich seien solche Gewalttaten eher für Ballungsräume typisch, nicht für den eigentlich ruhigen südwestlichen Zipfel der Republik. Allerdings: Die „Grundstimmung“ verändere sich auch hier negativ, beobachtet die Bundespolizei. Nicht ohne Grund habe sie zusammen mit dem Landkreis und der SBB im Dezember eine Sicherheitskampagne mit verstärkten Kontrollen in der Wiesentalbahn gestartet. Zwar war diese auf einen Monat beschränkt. „Wir denken jedoch darüber nach, wie wir diese weiterführen können.“ Herbert Kropf vom SBG-Kundencenter Schopfheim würde dies begrüßen. Der 60-Jährige ist seit 18 Jahren als Kontrolleur tätig – vornehmlich in den Bussen der SBG, aber auch in der Bahn. Zudem bildet er Busfahrer und Kontrolleure aus. Auch die der SBB. Wenn jemand das Klima in Bus und Bahn beurteilen kann, dann er. Ihm fällt auf: „Die Leute werden immer aggressiver.“ Vor allem Schwarzfahrer fallen immer öfter negativ auf – und die gibt es zudem auch immer mehr. In den Vorjahren wurden in seinem Gebiet zwischen Rhein und Feldberg im Schnitt zwischen 80 und 120 erwischt. „In diesem Jahr sind wir bereits bei 54 und wir haben erst Februar.“ Von ihnen müssen er und seine Kollegen sich fast täglich Beleidigungen und Beschimpfungen anhören. Kontrolleure und Fahrer als Ventil, um Dampf abzulassen. „Das war vor 18 Jahren noch anders. Im Vergleich zu damals ist die Situation heute ein Unterschied wie Tag und Nacht.“ Auch Kropf hat schon Erfahrungen mit Handgreiflichkeiten machen müssen. Nicht mit Schlägereien. Wohl aber wurde er etwa angefasst und am Hemd gerissen. „Das ist drei Mal passiert bisher – und alle drei Mal erst vergangenes Jahr.“ Übrigens waren es stets Frauen. „Die können genauso aggressiv werden wie Männer, da gibt es keinen Unterschied.“ Auch sonst passe der Pöbler in kein Klischee. „Die Bandbreite reicht vom Zehnjährigen bis zum 80-Jährigen. Da kann der Punker neben dem Anwalt sitzen – und der Punker ist der liebste Kerl, während der Anwalt ausrastet und einen beschimpft.“ Wichtig sei dann, kühlen Kopf zu bewahren. Ruhig, freundlich und sachlich bleiben. Kropf vertraut auf seine Berufserfahrung und Menschenkenntnis. Auch die Zeit als Zeitsoldat – als Fallschirmjäger und Einzelkämpfer – kommt ihm zugute. „Allein schon, dass man weiß, dass man sich notfalls wehren könnte, gibt einem innere Sicherheit. Wenn du hingegen Angst zeigst, hast du schon verloren.“ Und wenn alles nichts hilft, kann er zur Not die Polizei rufen. „Mit der haben wir ein sehr gutes Verhältnis.“ Kein Verständnis indes hat er für das Verhalten vieler Fahrgäste. „Es mangelt heutzutage an Zivilcourage. Da kann man von jemandem beleidigt und aggressiv angegangen werden – und sechs, sieben Fahrgäste sitzen daneben, aber jeder tut so, als bekomme er nichts mit.“ Das gilt auch für Sachbeschädigungen, etwa an Automaten. „Da schauen auch viele zur Seite.“ Seit 15 Jahren bereitet Kropf Nachwuchskräfte auf den Alltag vor. Die Ausbildung wurde zwischenzeitlich der Situation angepasst. „Wir üben etwa das Verhalten in Konfliktsituationen.“ Gleichwohl sei der Beruf heute weniger denn je Jedermanns Sache. Lob höre man zwar auch, fühlt sich doch mancher Fahrgast von renitenten Mitfahrern belästigt und ist insgeheim froh, wenn der Kontrolleur einschreitet. „In der Regel aber haben wir es oft mit Negativem zu tun.“ Darunter auch dreiste Lügen. Etwa die Geschichte von dem Mädchen, das zu spät zur Klassenarbeit kam, weil es angeblich von ihm aus dem Bus rausgeworfen wurde. Dies kam Kropf zu Ohren. Er forschte nach – und siehe da: das Mädchen war schwarzgefahren und einfach nur vorzeitig ausgestiegen, weil es Kropf erkannt hatte. Der Rausschmiss durch den Kontrolleur war frei erfunden. Nur eine von vielen Begebenheiten, die zeigen: der Respekt sinkt. Wie sich das ändern lässt? Verstöße energischer ahnden. Dazu mehr Kontrollen, mehr Personal. Das würde sicher schon etwas bringen, sagt Kropf. Die Basler Bahnpolizei sei da ein gutes Beispiel. Die kontrolliere massiver und meist in Fünfer- und Sechsergruppen. „Das wirkt gleich ganz anders. Da wird keiner aufsässig.“ Das klinge zwar hart – „ist aber letztlich im Interesse aller anständigen Fahrgäste. Die wollen sich wohl und sicher fühlen“, so Kropf. Weitere Artikel zu: Kriminalität, |



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Najo also hab auch schonmal auf die Kisten eingeprügelt. Es ist einfach zum Kotzen wenn man diese neuen Automaten der Bahn bedienen muss. Früher drei Tasten drücken, Geld rein, Fertig.
Heute ... dieser ungenaue Touchscreen, die ewigen Ladezeiten, alleine 5 Anschläge bis man das Ziel eingegeben hat ... und, und, und.
Von der Benutzbarkeit her gesehn eine Katastrophe.
Man sollte sich halt fragen warum der Wind nun rauer weht? Vielleicht hat sich ja was verändert? Aber sowas geht DB ,SBG und SBB sonst wo vorbei, denn Kundenzufriedenheits-Umfragen hab ich bei denen noch nie gesehn.
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