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Schopfheim 13 000 Kilometer nur mit Muskelkraft

Radler Klemens Maier und Martin Steinebrunner erreichen ihr Ziel Thailand. Uwe Böhler muss verletzt umkehren

Klemens Maier und Martin Steinebrunner haben es geschafft: Nach 13 000 Kilometern kamen sie an ihrem Ziel Bang Saphan in Thailand an. Zuvor hatte der dritte Radfahrer der Gruppe, Uwe Böhler, in Myanmar einen Sturz erlitten und musste zurückfliegen. Die Verletzungen sind jetzt aber so gut wie verheilt, berichtet Klemens Maier, der diese Woche seinen ersten Arbeitstag in der Heimat hatte.

Die Thailand-Reise hatten sie unternommen, um den Todtnauer Thomas Grether zu besuchen, der über die Wintermonate mit seiner Frau Dui in Thailand lebt. „Dui und Thomas haben uns einen grandiosen Empfang bereitet und uns zwei tolle Bungalows direkt am Meer organisiert“, erzählt Klemens Maier aus Todtnau. Nach der langen Radtour vom Schwarzwald über die Türkei und den mittleren Osten genossen sie das tolle Essen ihrer Freundin Dui und das Nichtstun. Bis dahin hatten sie 75 000 Höhenmeter mit reiner Muskelkraft bewältigt.

Maier blickt zurück: „Nach sechs Wochen in Indien freuten wir uns auf Myanmar. Endlich gab es nach dem Dunkelwerden wieder Leben in den Straßen, und zum Essen konnten wir uns wieder ein kühles Bier bestellen.“ Das abgeschottete Land Myanmar wurde nochmal ein kleines Abenteuer und eine Herausforderung auf der mehrmonatigen Tour. „Nach der Grenze beschlossen wir, uns erneut zu trennen. Ich kannte bereits einen großen Teil von Myanmar durch eine frühere Radtour. Während sich Martin Steinebrunner in Richtung der bekannten Sehenswürdigkeiten wie Mandalay, Bagan und Rangoon auf den Weg machte, fuhr ich durch die Berge zum Inle Lake.“

Es gibt immer noch Gebiete, die für Touristen gesperrt sind. „Vom Inle Lake wollte ich durch die Berge nach Süden fahren. Eine anstrengende Tagesetappe endete für mich nach über 100 Kilometern an einem Checkpoint, und ich wurde zurückgeschickt.“ Die Polizisten seien zwar immer sehr freundlich gewesen, sprachen aber so gut wie kein Englisch. Am nächsten Tag musste er einen Umweg fahren, aber die Landschaft und die tollen Erlebnisse mit den Menschen waren es wert, sagt er heute.

Zu dieser Zeit besichtigte Martin Steinebrunner die historische Königsstadt Bagan und den über 1500 Meter hohen Mount Popa. Für Martin war die Shwedagon Pagoda in der früheren Hauptstadt Rangoon ein absolutes Highlight auf dieser Tour. „Hinter Rangoon wollten wir uns eigentlich wieder treffen, um gemeinsam über den Süden von Myanmar nach Thailand zu fahren.“ Der Süden von Myanmar ist für Touristen allerdings noch nicht lange offen. Deshalb war nicht sicher, ob sie tatsächlich mit ihren Mountainbikes fahren durften oder wieder zurückgeschickt werden. „Es hieß auch, es würde teilweise keine Straße geben und wenn, dann seien die so schlecht, dass sie mit dem Rad nicht befahrbar sind.“ Martin Steinebrunner war das zu unsicher. Deshalb nutzte er die Zeit lieber, um weitere Sehenswürdigkeiten wie den Golden Rock zu besichtigen.

Klemens Maier kam nur schlecht voran und musste mehrmals spontan übernachten. Dafür habe es so gut wie keinen Verkehr gegeben, tröstete er sich. „Da bemerkte ich irgendwann, dass mir stets ein Moped folgte.“ Ein Räuber? Nein, die Myanmar Police. „Alle 20 bis 40 Kilometer hatte ich einen anderen Begleiter im Schlepptau“, erzählt Maier. Die Polizisten erzählten ihm, dass die Regierung Angst habe, dass den Touristen in diesen Gebieten ohne richtige Infrastruktur etwas passieren könnte.

Nach vier anstrengenden Tagen hatte er es geschafft und erreichte die südlichste Grenzstadt Kawthoung. Die Myanmar Police zeigte ihm eine schöne Unterkunft und verabschiedete sich. Martin Steinebrunner war zu diesem Zeitpunkt bereits auf der thailändischen Seite Richtung Bang Saphan unterwegs, wo sich die Reisenden wiedertrafen. Beide hatten tolle und unvergessliche Erlebnisse in Myanmar. „Besonders haben uns die Menschen beeindruckt: hilfsbereit, liebevoll und immer ein Lächeln im Gesicht.“

Dui, die Frau von Thomas, arbeitete früher als Lehrerin. Darum kennt sie die Menschen und deren Nöte. Mit ihrer Hilfe konnten die Reisenden nochmal gezielt Spendengelder einsetzen. Dazu gibt es mehr auf www.facebook.com/threeguysonbikes. Die Reisenden bedanken sich bei allen Spendern und bei Annette Behrensmeyer für die Gestaltung der Facebook-Seite.

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