Mein
11.08.2012  |  von Markus Vonberg  |  0 Kommentare

Rickenbach Viele besorgten sich 1992 dioxinbelastetes Sediment

Rickenbach -  Genaue Zahlen der Bezieher liegen derzeit nicht vor. Sediment aus dem Hornberg-Becken wurde 2008 deponiert.

Blick vom Egger Ortsrand nach Süden auf das Eggbergbecken (im Hintergrund in Richtung der Stromtrasse). Auch im Bereich der heutigen Gehölzbiotope sollen 1992 erhöht PCB- und dioxinbelastete Sedimente zwischengelagert worden sein.  Bild: lux

Service
Artikel drucken  Artikel drucken
  Artikel versenden

  Newsletter
  RSS-Feed


Bislang ist nicht bekannt, wie groß der Kreis derjenigen Personen ist, die 1992 mit Dioxin und PCB erhöht belastetes Sediment bezogen. Das Schluchseewerk erklärte gestern auf Anfrage, es lägen derzeit keine Unterlagen vor, an wie viele Landwirte das Material abgegeben wurde. Vereinzelt seien damals auch Kleinmengen abgeholt worden. Die Abgabe sei nach derzeitiger Erkenntnis gratis erfolgt, erklärte Unternehmenssprecher Peter Steinbeck gestern auf Anfrage.

Wie am Mittwoch berichtet, stammt das Rheinsediment aus dem Eggbergbecken. 16 Jahre nach diesem erfuhr auch das Hornbergbecken, das Wasser aus der Wehra bezieht, eine Revision. Zum Verfahren dort erklärte Steinbeck: „2008 wurden im Rahmen der Sanierung des Hornbergbeckens insgesamt 9752 Tonnen Sediment, das zuvor umfangreich beprobt wurde, entsprechend der Vorschriften und Genehmigungen abgefahren.“ 8592 Tonnen gingen zur Kreismülldeponie Lachengraben und 1159 Tonnen zu einer Schießanlage in Bremgarten.

Die Fische aus dem Hornbergbecken wurden bei dessen Entleerung in die Wehra umgesetzt. Ob die höchstwahrscheinlich erhöht mit PCB und Dioxin belasteten Fische aus dem Eggbergbecken 1992 verzehrt oder ebenfalls umgesetzt wurden, ist nach Auskunft des Schluchseewerks unklar. Wie wir gestern berichteten, war vor 20 Jahren erhöht mit PCB und Dioxin belastetes Rheinsediment aus dem Eggbergbecken als Dünger verwendet worden. Die Belastung mit Dioxin und PCB war zunächst nicht aufgefallen, weil das Schluchseewerk 1992 der bei Klärschlamm üblichen Verfahrensweise gefolgt war und das Sediment nur auf Schwermetall untersucht hatte. Im Oktober 2011 waren bei einer routinemäßigen Rindfleischprobe aus Rickenbach erhöhte Werte an Dioxin- und PCB festgestellt worden. In nachfolgenden Untersuchungen stellte sich heraus, dass etwa 15 Flächen in der Gemeinde mit einer Gesamtgröße von bis zu vier Hektar erhöht mit PCB und Dioxin belastet sind. Diese erhöhte Belastung liegt allerdings unter dem für Kinderspielplätze zugelassenen Wert.

zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Schreiben Sie Ihre Meinung
Überschrift
Text


noch 1000 Zeichen


Informiert bleiben:
 Bei jedem neuen Kommentar in dieser Diskussion erhalten Sie automatisch eine Benachrichtigung
Unsere Community-Regeln

Jetzt Newsletter anfordern:
© SÜDKURIER GmbH 2013