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Rickenbach Stein erinnert an Flugpioniere

Luftsportgemeinschaft feiert 75-Jähriges mit Wettbewerb und Gedenkstein-Einweihung

Die Sieger der 47. Hotzenwälder Segelflugmeisterschaften: Daniel Jansen, Pascal Kaiser, Hanspeter Böhler, Wolfgang Lange, Patrick Misun, Monika Lang-Dahlke (Präsidentin des Luftsportverbandes Baden), Roman Misun, Wolfgang Fischer, Wettbewerbsleiter Karl Enggist, Helge Loschan, Bernhard Matt, Lucia Liehr und Werner Metzger (von links).
Die Sieger der 47. Hotzenwälder Segelflugmeisterschaften: Daniel Jansen, Pascal Kaiser, Hanspeter Böhler, Wolfgang Lange, Patrick Misun, Monika Lang-Dahlke (Präsidentin des Luftsportverbandes Baden), Roman Misun, Wolfgang Fischer, Wettbewerbsleiter Karl Enggist, Helge Loschan, Bernhard Matt, Lucia Liehr und Werner Metzger (von links). | Bild: Bilder: Lux

Rickenbach/Hütten (lux) Eine erfolgreiche Woche ging für die Luftsportgemeinschaft Hotzenwald am Sonntag zu Ende. Die Sieger der 47. Hotzenwälder Segelflugmeisterschaften wurden in zwei Klassen gekürt.

Zudem blickten die Segelfreunde in diesem Jahr auf „75 Jahre Segelflug am Hotzenwald“ zurück. Ein Gedenkstein erinnert zukünftig an die Anfänge des Segelflugs auf dem Hüttener Gelände. Als einziger noch lebender Zeitzeuge erinnerte sich Hermann Kramer, Jahrgang 1924, an die spannenden Tage im Februar 1935. Bereits Ende der Zwanzigerjahre hatten sich ein paar junge Burschen aus Haagen bei Lörrach ein „Heftchen“ mit dem Titel „Wie baue ich ein Gleitflugzeug“ besorgt. „Um es gleich vorweg zu nehmen: Die hatten damals null Ahnung, doch die Begeisterung war bei allen vorhanden“, erinnerte sich Kramer. Leider misslangen Versuche mit diesem Gleiter.

Erst 1932 gelangen mit einem weiterentwickelten Fluggerät erste Erfolge an den Hängen von Gersbach. „Die blieben aber alle nicht lange genug oben, um von einem echten Segelflug sprechen zu können“, schildert er die Startschwierigkeiten. Ein geeigneter Segelhang musste her. Fünfhundert Meter Höhenunterschied zwischen Talsohle und Hangkante, sieben Kilometer Länge zwischen Bärenfels und Eggberg – das musste es sein. Das Gelände der heutigen Luftsportgemeinschaft Hotzenwald war entdeckt.

Die Männer der ersten Stunde waren Karl Müller und Erwin Sahner. Der Segler „Falke“ war für den ersten Flug 1934 im Rahmen einer „kleinen Expedition“ nach Rüttehof geschafft worden. Sonntag, 17. Februar: Ein kräftiger Westwind versprach „den Tag“ für die mutigen Männer. „Der Transport zur Hangkante bei damals 30 cm Schnee war ein mühsames Geschäft“, erinnert sich Hermann Kramer. Wind 8m/s, Temperatur minus 4 Grad, Wolkenhöhe 200 m über Hang. Alles ging glatt. Der „Falke“ stieg gleich nach dem Start wie ein Fahrstuhl nach oben. „Die Freude der zurückgebliebenen Stammmannschaft war grenzenlos“, so Kramer. Pilot Erwin Sahner landete nach gut einer halben Stunde unweit der Hangkante bei Bergalingen. Im Juli 1936 gelang ihm dann der erste Überlandstreckenflug mit 45 Kilometer.

Der Wettbewerb

Die Erben der kühnen Segelpioniere traten vergangene Woche bei den 47. Hotzenwald Segelflugmeisterschaften gegeneinander an. Flugleiter Detlef Barth zog im Rahmen der Siegerehrung am Sonntagvormittag ein positives Fazit. „Trotz des widrigen Wetters konnten an drei Flugtagen die gestellten Aufgaben von den Piloten gelöst werden“. Jeweils über 350 Kilometer legten die 20 Flieger in ihren unterschiedlichen Maschinen dabei pro Wettbewerbstag zurück. „Wir haben aus unseren Maschinen an Leistungsvermögen raus gekitzelt was ging“, schmunzelt Helge Loschan, Sieger der Wertung in der „Offenen Klasse“.

Und ein erleichterter Wettbewerbsleiter Karl Enggist versprach, im nächsten Jahr wieder nach Hütten zu kommen, „allerdings als Zuschau er“.

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